Überschwemmungen in Libyen

Die schweren Überschwemmungen in Libyen Anfang September 2023 haben die Menschen schwer getroffen. Tausende sind ums Leben gekommen, wurden aus ihrer Heimat vertrieben, haben ihr Zuhause verloren und stehen vor dem Nichts.  Unser Mitglieder Welthungerhilfe und Partner sind in den betroffenen Regionen aktiv, um dringende Nothilfe zu leisten und den Wiederaufbau voranzutreiben.

Ein angespültes Auto nach den schweren Überschwemmungen in Libyen.
© Cesvi/Welthungerhilfe

Die Lage

Infolge des verheerenden Sturms „Daniel“ erlebte der Nordosten Libyens eine beispiellose humanitäre Krise. Überschwemmungen haben ganze Städte zerstört, Dämme sind kollabiert, und Tausende Menschen sind vertrieben worden. Die Situation ist besonders dramatisch in Derna, wo Menschen mit akutem Mangel an medizinischer Versorgung, Trinkwasser und grundlegenden Ressourcen konfrontiert sind.

Die weitreichende Beschädigung und Zerstörung von Wohnhäusern zwingt Tausende, in provisorischen Unterkünften, Schulen und in überfüllten Häusern bei Familie und Freund:innen Schutz zu suchen, von denen viele selbst vom Sturm betroffen sind. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind immer noch 42.000 Menschen vertrieben, von denen viele dringend finanzielle Unterstützung für Mietkosten und Reparaturen an Unterkünften benötigen.

Mit den Tausenden von vertriebenen Menschen steigt auch das Risiko, Landminen und explosiven Kriegsresten aus Jahren des Konflikts ausgesetzt zu sein. Minen, Streubomben und andere explosive Kriegsreste stellen zusätzliche Sicherheitsrisiken für die betroffene Bevölkerung sowie für Helfer:innen dar.

Die vielfältigen Auswirkungen von Sturm Daniel haben bereits bestehende Bedürfnisse und Verwundbarkeiten erheblich verschärft, zahlreiche Häuser, Krankenhäuser, Schulen und andere kritische Infrastrukturen beschädigt oder zerstört und die Exposition der betroffenen Bevölkerung gegenüber wasserbedingten Krankheiten und Schutzrisiken erheblich erhöht. Laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) sind nun fast 300.000 Kinder einem erhöhten Risiko von Durchfall und Cholera sowie Dehydrierung und Mangelernährung ausgesetzt. Unbegleitete und von ihrer Familie getrennte Kinder sind nach dem Sturm zusätzlich anfälliger für Gewalt und Ausbeutung.

In Derna bleibt die humanitäre Lage besonders ernst, wo dringende sektorübergreifende Hilfe erforderlich ist, um weitere Leben zu retten und Leid zu lindern. Die Überlebenden der katastrophalen Überschwemmungen im Nordosten des Landes benötigen dringend Unterkünfte, medizinische Versorgung – einschließlich psychischer Betreuung – sowie Wasser-, Sanitär- und Hygienematerialien. Bereits vor den Überschwemmungen meldete das UN-Flüchtlingswerk (UNHCR), dass im östlichen Libyen etwa 64.000 Binnenvertrieben leben, viele davon in Derna und Ajdabiya.

  • Erste Aufräumarbeiten werden mithilfe lokaler Partner umgesetzt. Die Sicherheit der Mitarbeitenden ist dabei unerlässlich, daher tragen alle Helfer:innen Schutzkleidung. © Cesvi/Welthungerhilfe
    Erste Aufräumarbeiten werden mithilfe lokaler Partner umgesetzt. Die Sicherheit der Mitarbeitenden ist dabei unerlässlich, daher tragen alle Helfer:innen Schutzkleidung. © Cesvi/Welthungerhilfe

Unsere Hilfe

  • In Bengasi versorgen die Partner der Welthungerhilfe Cesvi und Acted die Bevölkerung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Hygienepaketen, bestehend aus Seife, Waschmittel, Zahnpasta, Binden und Babypflegeartikel. Familien erhalten Kleidungspakete, darunter warme Kleidung, die vor den kühler werdenden Nächten schützen soll.
  • In der von den Überschwemmungen schwer getroffenen Stadt Derna stellen die Partner Notunterkünfte sowie Decken, Matratzen und Planen zur Verfügung. Kinder erhalten zusätzlich psychosoziale Unterstützung um die traumatischen Erlebnisse verarbeiten zu können.
  • Für 10.000 Menschen werden übers Land hinweg Bargeldhilfen für den Erwerb von Alltagsgegenständen und den Wiederaufbau ihrer Häuser bereitgestellt.

So können Sie helfen

Die Situation in Libyen ist weiterhin dramatisch. In den Wintermonaten ist mit einer Zunahme weiterer Regenfälle sowie einem Temperaturabfall zu rechnen.

Mit Ihrer Spende können wir die dringend benötigten Hilfsmaßnahmen weiterhin umsetzen. Wir danken Ihnen für die Unterstützung.

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2023-10-19T16:02:49+02:00