Krieg in der Ukraine

Nach Beginn des Kriegs in der Ukraine im Februar 2022 ist weiterhin kein Ende der Gewalt in Sicht. Die Zivilbevölkerung leidet unter anhaltenden Angriffen und massiven Zerstörungen der Infrastruktur. Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen.

Eine Familie, die aus der Ukraine fliehen musste, wird von Helfern in Empfang genommen.
© Oxfam

Die Lage

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine dauert weiter an. In vielen Regionen ist die humanitäre Lage seit Monaten angespannt und droht im Winter weiter zu eskalieren. Die Zerstörungen an der Infrastruktur sind enorm, immer wieder geraten auch Wohngebiete und Gesundheitseinrichtungen unter Beschuss. Menschen sind tagelang von der Wasser- und Stromversorgung abgeschnitten und müssen bei sinkenden Temperaturen in Kellern ausharren. Auch die Versorgungslage mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten ist in vielen Gebieten längst unzureichend.

Der Krieg hat Millionen Menschen aus ihrem Alltag gerissen und vor allem Frauen und Kinder gezwungen, ihr Zuhause zurückzulassen und zu fliehen. Sie suchen in anderen Regionen in der Ukraine, den Nachbarländern und auch in Deutschland

Schutz. Die Trennung von Angehörigen, die Sorge um jene und die große Ungewissheit über die Zukunft belasten die Menschen stark. An ihren Zufluchtsorten in der Ukraine, in den Nachbarländern und auch in Deutschland sind die Menschen auf Unterstützung angewiesen.

Schon jetzt ist absehbar, dass die Menschen für Jahre an den Kriegsfolgen leiden werden. Auch über die Grenzen der Ukraine hinaus sind die Folgen des Krieges spürbar. In vielen Ländern sind die Nahrungsmittelpreise, etwa für Weizen und Milchprodukte, bereits stark gestiegen. Versorgungsengpässe als Folge des russischen Angriffskrieges verschärfen insbesondere in Ländern Afrikas und Asiens die ohnehin schon angespannte Ernährungslage und tragen zu Hungerkrisen bei.

Die Hilfsmaßnahmen

Die Mitglieder im Bündnis Entwicklung Hilft stehen in engem Kontakt mit ihren Partnerorganisationen und fördern Hilfsmaßnahmen in der Ukraine, in den Nachbarländern und Deutschland. Sie prüfen kontinuierlich Bedarfe und bauen Hilfsmaßnahmen je nach den Bedingungen aus. Hilfsgüter werden in die Ukraine und die angrenzenden Regionen transportiert, um dringend benötigte Güter wie Trinkwasser, Medikamenten, Hygieneartikeln und Nahrung bereitzustellen. Da ein Großteil der Geflüchteten Frauen und Kinder sind, werden die Hilfsgüter auf ihre besonderen Bedarfe abgestimmt.

In den Nachbarländern Moldawien, Polen, Rumänien, Slowakei und Ungarn werden Notunterkünfte eingerichtet und ankommende Geflüchtete mit lebensnotwendigen Gütern versorgt. Sie erhalten außerdem wichtige Informationen zu ihren Rechten, Hilfsangeboten und Transportmöglichkeiten. Zudem unterstützen die Bündnis-Mitglieder psychosoziale Angebote für die Menschen auf der Flucht und begleiten den Aufbau von Schutzräumen für Familien mit Betreuungsangeboten für Kinder. Zudem bereiten sie bereits längerfristige Bildungs- und Integrationsmaßnahmen vor. Im Einzelnen fördern die Bündnis-Mitglieder unter anderem die folgenden Hilfsmaßnahmen:

  • Brot für die Welt arbeitet eng mit Partnerorganisationen in mehreren Projekten in der Ukraine zusammen. Im Westen der Ukraine werden insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen medizinisch versorgt. Zudem werden Nahrungsmittel, Wasser und Hygieneartikel zur Verfügung gestellt.
  • Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation unterstützt die Kindernothilfe geflüchtete ukrainische Familien in Moldawien. Sie stellen Lebensmittel und Kleidung bereit und errichten Notunterkünfte. Außerdem betreuen sie vor allem Kinder psychologisch, um die Erlebnisse der Flucht zu verarbeiten.
  • medico international und ihre polnische Partnerorganisation stellen an der ukrainischen Grenze Orientierung, rechtliche Aufklärung sowie Transport und medizinische Unterstützung für fliehende Menschen aus der Ukraine mit einem besonderen Fokus auf BIPoC (Black, Indigenous and People of Colour) zur Verfügung. Sie erleben häufig auf ihren Fluchtwegen massive Diskriminierung, dürfen oft nicht oder nur nach langer Wartezeit die polnische Grenze passieren und ihnen wird der Zugang zu zum Beispiel medizinischer Versorgung und Unterkünften verwehrt.
  • Über Partner in der Ukraine fördert Misereor den Aufbau von kleineren Schutzräumen in Gebäuden in mehreren ukrainischen Städten, um die Menschen aufzunehmen. Die Schutzräume erhalten Notstromaggregate, Schlafsäcke, Isomatten, Taschenlampen und Batterien. In der westlichen Ukraine sind temporäre Unterkünfte wie Schulen oder Studentenwohnheime für Geflüchtete eingerichtet und sie erhalten Lebensmitteln, Kleidung und medizinische Versorgung.
  • Plan International konzentriert sich in den Grenzgebieten zu Moldawien, Polen und Rumänien auf den Schutz von Kindern und die psychosoziale Unterstützung. Je nach Bedarf stellt Plan International Hilfspakete zusammen, die unter anderem Bargeld, Gutscheine und Menstruationsartikel beinhalten.
  • In Zusammenarbeit mit mehreren Partnerorganisationen leistet terre des hommes Unterstützung für ankommende geflüchtete Familien und unbegleitete Minderjährige aus der Ukraine in Deutschland mit Fokus auf psychosozialer Unterstützung und rechtlicher Beratung. So wird zum Beispiel die Chat-Beratung „Krisenchat“ (gegründet zu Beginn der Corona-Pandemie) ausgebaut und bietet auf Ukrainisch und Russisch psychosoziale Hilfe via Chat für junge Menschen in der Ukraine und auf der Flucht.
  • Die Welthungerhilfe unterstützt über ihre Partnerorganisation die Lieferung von Hilfsgütern wie haltbarer Nahrung (wie Nudeln, Zucker, Getreide und Babynahrung), Hygieneartikeln, Windeln, Medikamenten in die Ukraine und die Versorgung der Ukrainer:innen mit warmen Mahlzeiten, Hygiene-Kits und Bargeldzahlungen.
  • Gemeinsam mit einer ukrainischen Partnerorganisation trägt German Doctors zur Trinkwasser- und Sanitärversorgung in den Regionen Donezk und Luhansk bei. Zudem liefern sie dringend benötigte Medikamente und Verbandsmaterialien ins Krisengebiet und fördern den Aufbau von Notunterkünften.
  • Oxfam bereitet kurzfristige als auch mittel- bis langfristige Maßnahmen für Menschen auf der Flucht aus der Ukraine vor. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen in den Grenzregionen liegt der Fokus auf der Versorgung der Menschen mit Wasser und Sanitäranlagen und Bargeld, sowie dem Schutz vor Menschenhandel und weiteren Risiken auf der Flucht.

So können Sie helfen

Unterstützen Sie die Hilfsmaßnahmen unserer Mitgliedsorganisationen und ihrer Partner für die Menschen aus der Ukraine mit Ihrer Spende und helfen Sie Menschen in Not. Jeder Beitrag hilft.

2022-11-29T15:33:10+01:00
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