Krieg in der Ukraine

Nach Beginn des Kriegs in der Ukraine im März 2022 ist weiterhin kein Ende der Gewalt in Sicht. Die humanitäre Lage spitzt sich immer weiter zu, Millionen Menschen mussten bereits fliehen und benötigen dringend Schutz.

An der ungarisch-ukrainischen Grenze warten Züge auf flüchtende Menschen.
© Roger Lo Guarro /Cesvi / Allicance2015

Die Lage

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine dauert weiter an. Die prekäre humanitäre Lage spitzt sich von Tag zu Tag weiter zu. In mehreren Teilen des Landes gibt es heftige Feuergefechte und Luftangriffe mit verheerenden Auswirkungen für die Zivilbevölkerung. Insbesondere Großstädte wie die Hauptstadt Kiew sowie Charkiw und Mariupol stehen im Fokus der Angriffe. Die Zahl der vom Krieg betroffenen Menschen steigt, Zerstörungen und Schäden an der Infrastruktur nehmen zu und die Versorgungslage mit lebensnotwendigen Gütern wie Strom, Wasser, Nahrung und Medizin wird immer schlechter. In manchen Regionen sind die Menschen vollständig von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Auch Wohngebiete und Gesundheitseinrichtungen geraten immer wieder unter Beschuss.  Mehr als 3,6 Millionen Menschen, vor allem Frauen und Kinder, sind nach Angaben der Vereinten Nationen aus der Ukraine geflohen und suchen in den Nachbarländern und auch in Deutschland Schutz.

Da es nur wenige vermeintlich sichere Fluchtrouten gibt, ist die Flucht für viele Menschen aus den umkämpften Gebieten mit erheblichen Risiken verbunden. Zudem belastet die Betroffenen die Trennung von Angehörigen und die große Ungewissheit stark. An ihren Zufluchtsorten in der Ukraine, in den Nachbarländern und auch in Deutschland sind die Menschen dringend auf Unterstützung angewiesen.

Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland über einen möglichen Waffenstillstand sind bislang erfolglos geblieben. Schon jetzt ist absehbar, dass die Menschen für Jahre an den Kriegsfolgen in der Region leiden werden. Auch über die Grenzen der Ukraine hinaus sind die Folgen des Krieges zunehmend spürbar. In vielen Ländern sind die Nahrungsmittelpreise, etwa für Weizen und Milchprodukte, bereits stark gestiegen. Teilweise ist mit Versorgungsengpässen zu rechnen. Die Vereinten Nationen warnen bereits jetzt vor möglichen Hungersnöten als Folge des russischen Angriffskrieges, insbesondere in Ländern Afrikas und Asiens.

Die Hilfsmaßnahmen

Die Mitglieder im Bündnis Entwicklung Hilft stehen in engem Kontakt mit ihren Partnerorganisationen und fördern Hilfsmaßnahmen in der Ukraine, in den Nachbarländern und Deutschland. Sie prüfen kontinuierlich Bedarfe und bauen Hilfsmaßnahmen je nach den Bedingungen aus. Hilfsgüter werden in die Ukraine und die angrenzenden Regionen transportiert, um dringend benötigte Güter wie Trinkwasser, Medikamenten, Hygieneartikeln und Nahrung bereitzustellen. Da ein Großteil der Geflüchteten Frauen und Kinder sind, werden die Hilfsgüter auf ihre besonderen Bedarfe abgestimmt.

In den Nachbarländern Moldawien, Polen, Rumänien, Slowakei und Ungarn werden Notunterkünfte eingerichtet und ankommende Geflüchtete mit lebensnotwendigen Gütern versorgt. Sie erhalten außerdem wichtige Informationen zu ihren Rechten, Hilfsangeboten und Transportmöglichkeiten. Zudem unterstützen die Bündnis-Mitglieder psychosoziale Angebote für die Menschen auf der Flucht und begleiten den Aufbau von Schutzräumen für Familien mit Betreuungsangeboten für Kinder. Zudem bereiten sie bereits längerfristige Bildungs- und Integrationsmaßnahmen vor. Im Einzelnen fördern die Bündnis-Mitglieder unter anderem die folgenden Hilfsmaßnahmen:

  • Brot für die Welt arbeitet eng mit Partnerorganisationen in mehreren Projekten in der Ukraine zusammen. Im Westen der Ukraine werden insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen medizinisch versorgt. Zudem werden Nahrungsmittel, Wasser und Hygieneartikel zur Verfügung gestellt.
  • Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation unterstützt die Kindernothilfe geflüchtete ukrainische Familien in Moldawien. Sie stellen Lebensmittel und Kleidung bereit und errichten Notunterkünfte. Außerdem betreuen sie vor allem Kinder psychologisch, um die Erlebnisse der Flucht zu verarbeiten.
  • medico international und ihre polnische Partnerorganisation stellen an der ukrainischen Grenze Orientierung, rechtliche Aufklärung sowie Transport und medizinische Unterstützung für fliehende Menschen aus der Ukraine mit einem besonderen Fokus auf BIPoC (Black, Indigenous and People of Colour) zur Verfügung. Sie erleben häufig auf ihren Fluchtwegen massive Diskriminierung, dürfen oft nicht oder nur nach langer Wartezeit die polnische Grenze passieren und ihnen wird der Zugang zu zum Beispiel medizinischer Versorgung und Unterkünften verwehrt.
  • Über Partner in der Ukraine fördert Misereor den Aufbau von kleineren Schutzräumen in Gebäuden in mehreren ukrainischen Städten, um die Menschen aufzunehmen. Die Schutzräume erhalten Notstromaggregate, Schlafsäcke, Isomatten, Taschenlampen und Batterien. In der westlichen Ukraine sind temporäre Unterkünfte wie Schulen oder Studentenwohnheime für Geflüchtete eingerichtet und sie erhalten Lebensmitteln, Kleidung und medizinische Versorgung.
  • Plan International konzentriert sich in den Grenzgebieten zu Moldawien, Polen und Rumänien auf den Schutz von Kindern und die psychosoziale Unterstützung. Je nach Bedarf stellt Plan International Hilfspakete zusammen, die unter anderem Bargeld, Gutscheine und Menstruationsartikel beinhalten.
  • In Zusammenarbeit mit mehreren Partnerorganisationen leistet terre des hommes Unterstützung für ankommende geflüchtete Familien und unbegleitete Minderjährige aus der Ukraine in Deutschland mit Fokus auf psychosozialer Unterstützung und rechtlicher Beratung. So wird zum Beispiel die Chat-Beratung „Krisenchat“ (gegründet zu Beginn der Corona-Pandemie) ausgebaut und bietet auf Ukrainisch und Russisch psychosoziale Hilfe via Chat für junge Menschen in der Ukraine und auf der Flucht.
  • Die Welthungerhilfe unterstützt über ihre Partnerorganisation die Lieferung von Hilfsgütern wie haltbarer Nahrung (wie Nudeln, Zucker, Getreide und Babynahrung), Hygieneartikeln, Windeln, Medikamenten in die Ukraine und die Versorgung der Ukrainer:innen mit warmen Mahlzeiten, Hygiene-Kits und Bargeldzahlungen.
  • Gemeinsam mit einer ukrainischen Partnerorganisation trägt German Doctors zur Trinkwasser- und Sanitärversorgung in den Regionen Donezk und Luhansk bei. Zudem liefern sie dringend benötigte Medikamente und Verbandsmaterialien ins Krisengebiet und fördern den Aufbau von Notunterkünften.
  • Oxfam bereitet kurzfristige als auch mittel- bis langfristige Maßnahmen für Menschen auf der Flucht aus der Ukraine vor. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen in den Grenzregionen liegt der Fokus auf der Versorgung der Menschen mit Wasser und Sanitäranlagen und Bargeld, sowie dem Schutz vor Menschenhandel und weiteren Risiken auf der Flucht.

So können Sie helfen

Unterstützen Sie die Hilfsmaßnahmen unserer Mitgliedsorganisationen und ihrer Partner für die Menschen aus der Ukraine mit Ihrer Spende und helfen Sie Menschen in Not. Jeder Beitrag hilft.

2022-07-22T10:36:44+02:00