Hungerkrisen

Bis zu 828 Millionen Menschen leiden an Hunger, über zwei Milliarden an Mangelernährung. Durch Krisen und Katastrophen steigt die Zahl weiter. Was wir für die Bekämpfung gegen den Hunger tun, erfahren Sie hier.

Gurkenernte in Deir Ballout im Norden des Westjordanlands.
© S. Jarrar / Oxfam

Die Lage

In Gebieten wie Äthiopien, Afghanistan, Jemen und der Demokratischen Republik Kongo sind die Menschen besonders von Hunger und Mangelernährung betroffen. Die Auswirkungen der Klimakrise, darunter Dürren und chronischer Wassermangel, führen zu Ernteausfällen und dem Verenden von Nutztieren. Die Menschen sind dazu gezwungen, auf unsichere Wasserquellen zurückzugreifen. Der Anstieg von Durchfallerkrankungen wie Cholera ist die Folge. Die sich wiederholenden starken Dürreperioden lassen den Menschen kaum Möglichkeiten sich zu erholen, Viehzucht und Landwirtschaft langfristig wiederaufzubauen und gegen kommende extreme Naturereignisse zu schützen.

Zusätzlich zum Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion führen die Folgen des Kriegs in der Ukraine zu immens steigenden Nahrungsmittelpreisen. Insbesondere einkommensschwache Familien können sich nicht mehr ausreichend ernähren. Zahlreiche Länder wie Ägypten, Tunesien und der Libanon sind ebenfalls von den Getreide-Importen aus der Ukraine und Russland abhängig, wodurch auch dort akut Hungerkrisen drohen.

Markstand in Simbabwe an dem Tomaten verkauft werden
Die steigenden Lebensmittelpreise treffen auch die Menschen in Simbabwe schwer. Viele können sich Grundnahrungsmittel schlichtweg nicht mehr leisten. Besonders vulnerable Familien und Einzelpersonen werden mit monatlichen Geldtransfers und Gutscheinen unterstützt. © Brazier / Welthungerhilfe
Kinder sitzen unter einer einfachen Plane
Nach einem verheerenden Beben im Juni 2022 in Afghanistan werden die Menschen in der betroffenen Region mit dringend notwendigen Lebensmitteln versorgt, darunter Pakete mit Reis, Hülsenfrüchten, Speiseöl, Salz und Gewürzen oder mit verzehrfertiger Trockennahrung. © terre des hommes
Zwei Männer begutachten Saatgut.
In Burkina Faso unterstützt eine Partnerorganisation Landwirt:innen darin, ihr Auskommen mithilfe von Methoden ökologischer Landwirtschaft zu sichern. © Christoph Püschner / Brot für die Welt
Gurken nach der Ernte
In Gaza und Westjordanland sind 75 Prozent der Haushalte von Landwirtschaft und Viehzucht abhängig. Um diese fortführen zu können und Einkommen zu sichern, unterstützen Partner bei der Wiederherstellung von Trinkwassernetzwerken und begleiten Bäuer:innen bei der Umsetzung landwirtschaftlicher Bewässerungsmodelle und -technologien. © Suhaib Jarrar / Oxfam
Junge Frau vor einer Hütte in Somalia
Faisa musste aufgrund der zunehmenden Dürre ihre Heimat verlassen und lebt jetzt in einem Geflüchteten-Camp in Somalia. Dort drohen insbesondere Mädchen und Frauen geschlechterspezifische Gewalt. Trainingsprogramme sollen die Frauen darin stärken ihre Rechte zu kennen und sich vor Übergriffen zu schützen. © Ali Jibril / Plan International

Die Hilfsmaßnahmen

Die neun Bündnis-Mitglieder sind mit unterschiedlichen Hilfsmaßnahmen im Jemen, Niger, Nigeria und am Horn von Afrika aktiv. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnerorganisationen leisten sie akute Überlebenshilfe für Mensch und Tier und stärken mit längerfristigen Projekten die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften gegenüber Dürreperioden.

  • Im Kampf gegen den Hunger setzt Misereor in seinen Projekten auf die Umgestaltung des Ernährungssystems nach ökologischen Prinzipien. Pflanzen werden dadurch widerstandsfähiger gegenüber extremen Naturereignissen und Krankheiten. Dabei wird auch auf den Einsatz von chemischen Düngemitteln verzichtet und Anbaumethoden mit wissenschaftliche Erkenntnissen und traditionellem Wissen verknüpft.
  • In Äthiopien erhalten Familien im Rahmen eines Projektes der DAHW Land, auf denen sie ihr eigenes Gemüse für den Eigenbedarf oder Verkauf anbauen können. Damit sollen langfristig sichere Einkommensquellen geschaffen werden. Zusätzlich werden Schulungen für Anbaumethoden und den Bau einer Bewässerungsanlage angeboten.
  • In Kenia werden von medico international Austauschprogramme zwischen verschiedenen Bauernverbänden sowie wie die Teilhabe der Kleinbäuer:innen an der Gestaltung der regionalen und nationalen Agrarpolitik gefördert. In von lokalen Partnern organisierten Sommerschulen und Dialog- und Stipendienprogrammen schulen sich die Mitglieder darin, ohne chemische Düngemittel zu arbeiten, ihre Böden zu schützen und zu verbessern sowie natürliche Pestizide zu verwenden.
  • In Simbabwe unterstützt die Welthungerhilfe, mit monatlich 10 US-Dollar pro Person besonders vulnerable Familien und verteilt Gutscheine für Supermärkte. In Schulungen werden neue Anbau- und Vermarktungsmethoden vorgestellt, die langfristig Einkommen sichern sollen. Mit einer Preiskontrolleinheit werden in Burkina Faso lokale Lebensmittelpreise überwacht, um Spekulationen auf dem Markt zu verhindern, die zu einer Verteuerung von Lebensmitteln führt.
  • Im Marsabit County, Kenia verteilt die Christoffel-Blindenmission Lebensmittel und führt Cash-Transfers durch. Priorisiert werden dabei insbesondere Mütter, Menschen mit Behinderung, Senior:innen sowie HIV/AIDS-Erkrankte. In Turkana County werden in die schwer von der Dürre betroffenen Region Wasser per Truck geliefert und Wasseraufbereitungstabletten verteilt. Auch hier liegt die Priorität auf besonders vulnerablen Gruppen.
  • In Malawi bietet ein Partner von Brot für die Welt Schulungen für Eltern und Schüler:innen an, in denen die Prinzipien der Permakultur erklärt werden. In sogenannten Permakultur-Clubs werden Anbaumethoden unterrichtet, die sich eng an der Natur orientieren. Dazu gehört die Erstellung von Dünger, der ausgelaugte Böden wieder fruchtbar macht und der Anbau von Mischkulturpflanzen. Dadurch wird die Artenvielfalt gestärkt und gesunde, nahrhafte Lebensmittel produziert. In Bangalore, Indien setzt ein Partner Programme zur Ernährungssicherung durch nachhaltige und ökologische Landwirtschaft um. Dazu gehört unter anderem Regenwasser sammeln und eine intensivere Gründüngung um Böden fruchtbarer zu machen.
  • Auch in Guatemala, Honduras, Ecuador und Haiti verschärfen sich die Hungerkrisen zusehends. Dort unterstützt die Kindernothilfe mit der Verteilung von Lebensmittelpaketen und hochkalorischer Spezialnahrung für Kinder. Um Krankheiten zu vermeiden wird zusätzlich sauberes Trinkwasser verteilt.
  • Die zunehmende Trockenheit trifft insbesondere die Länder am Horn von Afrika schwer. Partner von terre des hommes fokussieren ihre Hilfsmaßnahmen verstärkt auf vulnerable Gruppen im ländlichen Raum. Damit soll verhindert werden, dass Menschen aus ihrer Heimat aufgrund der Dürre flüchten müssen. Viehherden werden mit Futter und ausreichend Trinkwasser versorgt und Schulungen angeboten, in denen alternative Lebensunterhaltsmaßnahmen, wie der Trockenfeldanbau, Imkern oder Geflügelzucht aufgezeigt werden.
  • Plan International verteilt in Bangladesch Lebensmittel und Bargeld. Fokus der Hilfsmaßnahmen sind dabei Mädchen und junge Frauen, die besonders von Hungerkrisen betroffen sind. Durch Flucht und Vertreibung auch aufgrund zunehmender Dürren, sind ihre Bildungschancen stark gefährdet. Daher arbeitet Plan im Barguna Bezirk im Süden Bangladeschs mit Schulen zusammen, um das Lernumfeld integrativer und geschlechtergerechter zu gestalten.

So können Sie helfen

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2022-08-18T12:01:53+02:00