Tsunami Indonesien

Immer wieder wird Indonesien von Naturkatastrophen getroffen. Schwere Erdbeben und die daraus entstehenden Tsunamis bringen häufig tausende Tote, Schwerverletzte und völlig zerstörte Heimatorte mit sich.

Überlebende überblicken in Petobo in Sulawesi die Zerstörung durch die Beben und den Tsunami.
© Welthungerhilfe

Nach den Beben: Soforthilfe und Wiederaufbau in Indonesien

Indonesien liegt am pazifischen Feuerring. Immer wieder treffen extreme Naturereignisse das Land. Sie kosten Menschenleben und verursachen massive Schäden. Indonesien hat eine sehr hohe Exposition gegenüber extremen Naturereignissen (siehe WeltRisikoIndex 2018). Der Inselstaat ist vor allem durch Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüche und den Anstieg des Meeresspiegels gefährdet. Zwar konnte die Verwundbarkeit in den letzten Jahren verringert werden, aber sie bleibt hoch. Eine Stärkung der Katastrophenvorsorge ist daher weiterhin zentral, um Schäden in Zukunft zu verringern.

Am 28. September 2018 erschütterte ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4, gefolgt von 76 Nachbeben, die indonesische Insel Sulawesi. Die Erdbeben lösten einen Tsunami aus, der die Küstenstadt Palu mit bis zu 3 Meter hohen Wellen traf. Durch sogenannte Bodenverflüssigung wurden ganze Dörfer im Schlamm begraben. Vor allem in der Provinz Zentralsulawesi richteten die Erdbeben und der Tsunami massive Zerstörung an: Insgesamt kamen mehr als 2.100 Menschen ums Leben, 4.400 wurden schwer verletzt. Mehr als 130.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Hilfs- und Rettungsarbeiten wurden erheblich erschwert, weil Straßen und Brücken zerstört waren. Einige Regionen waren für mehrere Tage komplett von der Versorgung und Kommunikation abgeschnitten.

Drei Monate später, in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember 2018, löste ein Vulkanausbruch und ein Erdrutsch unter Wasser in der Meerenge zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra einen weiteren Tsunami aus. Mehr als 400 Menschen wurden in den angrenzenden Küstenregionen durch den Tsunami getötet, 9000 wurden verletzt. Rund 16.000 Menschen mussten vor den Wassermassen fliehen. Viele Häuser wurden zerstört.

Zerstörung Erdbeben Indonesien
Überlebende überblicken in Petobo in Sulawesi die Zerstörung durch die Beben und den Tsunami. © Welthungerhilfe
Zerstörung im Bezirk Sigi durch den Tsunami © Khadafi Badjerey und Yunardin/Misereor
Männer vor zerstörtem Haus durch Erdbeben
Zusammen mit dem Dorfvorsteher analysieren lokale Mitarbeiter der CBM die Zerstörung und ermitteln die Hilfsbedarfe im Dorf Salua. © CBM
Überlebende des Erdbebens in provisorischen Unterkünften außerhalb der Stadt Palu © Irwan Firdaus/Oxfam
Frauen in einfachen Draußenküchen nach Erdbeben Sulawesi
In einfachen Draußenküchen können Betroffene ihre Mahlzeiten zubereiten und das Erlebte gemeinsam aufarbeiten. © medico international
Medizinische Teams untersuchen und versorgen Betroffene in Dörfern um Palu. © CBM
Frauen in Workshop in Indonesien
Lehrerinnen erhalten Training zu Kinderrechten und Trauma-Arbeit. © Kindernothilfe

Unsere Hilfsmaßnahmen

Die Bündnis-Mitglieder und ihre lokalen Partner leisten in den betroffenen Regionen Soforthilfe. Zudem unterstützen sie den Wiederaufbau und stärken mit längerfristigen Projekten die Katastrophenvorsorge. Hilfreich war hierbei, dass viele Mitgliedsorganisationen schon im Vorfeld der Katastrophe Kontakte zu lokalen Organisationen auf Sulawesi sowie in Java und Sumatra hatten, sodass erste Hilfsmaßnahmen schnell auf den Weg gebracht werden konnten. Unsere Mitgliedsorganisationen starteten zum Beispiel die folgenden Hilfsmaßnahmen:

  • Mit Unterstützung von Brot für die Welt verteilte die lokale Partnerorganisation Nothilfepakete an Menschen in den betroffenen Gebieten auf Sumatra. Schwangere Frauen, Frauen mit Kleinkindern, alte Menschen und Menschen mit Behinderung wurden bei der Verteilung besonders berücksichtigt. Sie erhielten Babynahrung, Wäsche (insbesondere Unterwäsche), Monatsbinden und weitere Hygieneartikel und Haushaltsutensilien.
  • Partner der Welthungerhilfe stellten mit LKWs für 780 Familien in Sigi, Palu und Donggala 60 Tage lang sauberes Wasser zur Verfügung. Sie verteilten Chlortabletten an Familien, um sicheres Wasser auch längerfristig zu gewährleisten. Zudem errichteten die Partner in Notunterkünften Latrinen mit Klärgruben und Waschbecken.
  • medico international und sein lokaler Partner organisierten in öffentlichen Küchen in Palu und Umgebung die Zubereitung von Nahrungsmitteln für über 5.000 Menschen. Betroffene Familien in abgelegenen Dörfern an Javas Westküste erhielten zudem je einen 80l Eimer gefüllt mit Nahrungsmitteln und notwendigen Alltagsgegenständen, wie beispielsweise Kochgeschirr, Decken und Insekten­schutzsprays.
  • Die CBM und ihr Partner verteilten medizinische Hilfsmittel wie zum Beispiel Krücken oder Rollstühle in Palu und Sigi Distrikt in Zentralsulawesi. Medizinische Teams versorgten Verletzte und körperlich beeinträchtigte Menschen. Mithilfe von barrierefreien Zugängen wird den Begünstigten zudem der schwierige Weg zu Latrinen und Wasserentnahmestellen vereinfacht.
  • terre des hommes unterstützte in Palu die Errichtung von drei Kinderschutzzentren. Geschulte Mitarbeiter:innen von terre des hommes und seinem Partner bieten dort für circa 800 Kinder professionelle psychosoziale Betreuung an und begleiten sie bei der Verarbeitung des Erlebten. In Evakuierungspunkten richteten sie zudem Anlaufstellen zur Meldung von Kindesschutzvergehen ein.
  • Die Kindernothilfe konzentriert sich darauf, betroffene Kinder möglichst schnell in den Schulunterricht zurückzuführen. Mit ihrem Partner organisierte sie Trauma- und Bildungsworkshops für rund 600 Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen an Vor- und Grundschulen auf Sulawesi. Die Workshops gaben Einführungen in die Themen Kinderrechte und Trauma und enthielten Übungen zum Umgang mit traumatisierten Kindern.
  • Die DAHW führte auch nach dem Erdbeben ihre Projektarbeit für Menschen mit Lepra und Tuberkulose in Palu und Donggala fort. Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation prüfte sie nach der Katastrophe die Lebenssituation von Erkrankten und stellte die Weiterführung ihrer lebensnotwendigen Therapie sicher, falls diese dazu nicht allein imstande waren.
  • Misereor und seine lokalen Partner errichten zusammen mit 570 betroffenen Dorfbewohner:innen 50 neue Häuser auf Sulawesi, die gegen kommende Naturgefahren resistenter sind. Um den Wiederaufbau nach den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten, werden die Dorfbewohner:innen aktiv in die Gestaltung einbezogen. Damit wird außerdem das Ziel verfolgt, dass kollektive Bewusstsein der Gemeinschaft für die Katastrophenvorsorge zu stärken.

Länderprofil Indonesien

Indonesien

Bevölkerung: 16,91 Mio. Einwohner:innen (2018)
Fläche: 185,2 Tsd. km²

Icon Mensch hellrosa Risiko: 10,67 % (mittel)
Icon Blitz magenta Exposition: 21,3 % (hoch)
Icon Kreuz rosa Vulnerabilität: 55,87 % (hoch)
 Quelle: WeltRisikoIndex 2020 

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2022-07-22T10:42:29+02:00