Die Not im Jemen bleibt

19. Juli 2018

In Aden im Jemen erhalten Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind, regelmäßig Nahrungsmittelpakete. © DAHW

Die humanitäre Situation im Jemen, dem ärmsten Land der arabischen Welt, spitzt sich immer weiter zu. Neben Tausenden Toten und Verletzten, die durch Kämpfe und Anschläge zu beklagen sind, leiden die Menschen massiv unter Hunger und fehlender medizinischer Versorgung. Inzwischen sind über 22 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, das sind mehr als 75 Prozent der Bevölkerung. Die Aufmerksamkeit für eine der aktuell schlimmsten humanitären Katastrophen jedoch schwindet.

Seit drei Jahren führt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen Krieg gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen. Der Krieg hat einen Großteil der Infrastruktur im Land zerstört. Die Grundversorgung der Menschen ist zusammengebrochen. 16 Millionen Menschen haben nur eingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser und grundlegender Hygiene. Diese Situation begünstigt die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera, mehr als 90.000 Fälle wurden bereits in diesem Jahr gemeldet. Weniger als die Hälfte aller Gesundheitsstationen können noch betrieben werden und in 18 Prozent der 333 Distrikte gibt es keine ärztliche Versorgung. Blockaden und Kämpfe um strategische Versorgungspunkte wie Häfen und Flughäfen haben die Lage der Menschen weiter verschärft, weil keine Hilfe mehr ins Land kommt. Seit Juni 2018 bedrohen die Kämpfe um die Hafenstadt Hodeidah die Versorgung von Millionen Menschen. Sie sind schon jetzt von der Hilfe abhängig, die die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen bereitstellen.

Unsere Bündnis-Mitglieder DAHW, Misereor, Welthungerhilfe und Oxfam und ihre lokalen Partnerorganisationen leisten trotz großer Schwierigkeiten Nothilfe für die jemenitische Bevölkerung. Sie versorgen Menschen, die im eigenen Land vor der Gewalt geflohen sind, mit Nahrungsmittelpaketen und Trinkwasser. Außerdem verteilen sie Essens-Gutscheine, stellen sanitäre Anlagen bereit und unterstützen Krankenhäuser in der Versorgung von Kriegsverletzten und der Schulung von Pflegepersonal. Außerdem werden landwirtschaftliche Maßnahmen zu einem Aufbau der Selbstversorgung unterstützt. Die immer größer werdende Anzahl von Menschen, die dringend Hilfe benötigen, stellt die Hilfsorganisationen mit ihren begrenzten Mitteln aber zunehmend vor große Herausforderungen.

Nur ein Ende der Gewalt und umfassende Friedensverhandlungen könnten die humanitäre Lage der Menschen vor Ort langfristig verbessern und den Wiederaufbau ermöglichen. Das Engagement für die Beendigung dieses Krieges und die Linderung der Not muss weiter gehen. Bündnis Entwicklung Hilft fordert die internationale Staatengemeinschaft auf, sich für einen sofortigen Waffenstillstand, einen ungehinderten Zugang und eine Ausweitung der humanitären Hilfe sowie ein Ende der Rüstungsexporte an die beteiligten Kriegsparteien einzusetzen.

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Mehr  Informationen:
DAHW: Die Lage im Jemen spitzt sich zu
terre des hommes: Stoppt Waffenexporte
Welthungerhilfe: Jemen
Oxfam: Kampf um Al-Hudaida: Hunger, Flucht und Choleragefahr