Sauberes Wasser für Somaliland

Oxfam im Einsatz für eine verlässliche und bezahlbare Trinkwasserversorgung 

In den ländlichen Regionen Sool und Sanaag in Somaliland sind die meisten Grundwasserquellen versalzen oder nur eingeschränkt nutzbar. Zisternen, die Regenwasser speichern, reichen in Trockenzeiten oft nur wenige Monate. Danach müssen Familien entweder auf teure Tankwagen zurückgreifen oder salzhaltiges Wasser trinken – mit erheblichen Gesundheitsrisiken. 

Oxfam hat deshalb ein Projekt gestartet, das 30.000 Vertriebene und Menschen in aufnehmenden Gemeinden erreichen soll. Laufzeit: April 2023 bis Februar 2026, Umsetzungspartner ist Oxfam Somali. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt umgesetzt.

Was tun?

Die Aufbereitung von Grundwasser per Umkehrosmose ist oft die letzte Möglichkeit, Menschen dauerhaft mit Trinkwasser zu versorgen. Dabei wird salziges Wasser mit hohem Druck durch eine Membran gepresst, die Salze und Verunreinigungen zurückhält. In Somaliland kann der dafür notwendige Energiebedarf mit Solarstrom gedeckt werden. Das senkt Kosten und macht die Versorgung nachhaltiger. 

Damit die Anlagen funktionieren, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • professionelles Management, 
  • ausreichend technisches Wissen für Wartung und Instandhaltung, 
  • und die gesicherte Verfügbarkeit von Ersatzteilen. 
Wasser für Somalia | © Oxfam

Das Verwaltungsmodell: öffentlich-privat für Nachhaltigkeit 

Herzstück des Projekts ist ein neu entwickeltes gemeinschaftliches Verwaltungsmodell. Dieses Modell schafft Anreize für zuverlässigen Betrieb und sorgt gleichzeitig für öffentliche Kontrolle. Es hat sich bereits bewährt: Nach einem Regierungswechsel Ende 2024 konnte die Arbeit nahtlos fortgesetzt werden. 

Nutzungsrechte

Die Regierung vergibt Brunnen und Quellen an private Wasserversorger.

Verträge

Versorger sind an klare Bedingungen gebunden. Werden diese nicht eingehalten, kann die Partnerschaft beendet werden. 

Rechenschaft

Private Betreiber müssen ihre Dienstleistungen offenlegen.

Beteiligung der Menschen 

Von Beginn an wurden Wünsche, Vorbehalte und die geringe Zahlungsfähigkeit der Bevölkerung berücksichtigt. In Workshops tauschten sich Gemeindevertreter:innen, Ministerien, Unternehmen und potenzielle Wasserdienstleistende über Standortwahl, technische Planung und Betrieb der Anlagen aus. 

Infrastruktur und Fortschritte 

  • Neue Anlagen: Vier Standorte wurden ausgewählt. Ein deutsches Unternehmen liefert die Anlagen mit einer Gesamtkapazität von über 200 m³ pro Tag. Trotz Verzögerungen durch die Lage im Roten Meer trafen sie Anfang April 2025 in Somaliland ein. 

  • Bestehende Anlagen: Drei defekte Entsalzungsanlagen werden repariert und in das neue Modell integriert. Eine weitere wird mit Solarpanelen ausgestattet. 

  • 7.833 Menschen nutzten die bereits reparierten Anlagen. Die Aufstellflächen und Fundamente für die neuen Anlagen sind vorbereitet, Solaranlagen vormontiert. Zukünftig werden ca. 30.000 Menschen über die Entsalzungsanlagen Zugang zu sauberem Wasser bekommen.

     

Wirkung 

Die Kombination aus Technik, Infrastruktur und gemeinschaftlichem Verwaltungsmodell sorgt dafür, dass Haushalte weniger zahlen, die Versorgung verlässlicher wird und das Risiko wasserbedingter Krankheiten abnimmt. Gleichzeitig stärkt das Projekt lokale Strukturen und schafft eine Grundlage für dauerhafte Wasserversorgung. 

Wasser für Somalia | © Oxfam

Dürren in Somaliland

Somaliland am Horn von Afrika ist stark von wiederkehrenden Dürren betroffen, die sich durch den Klimawandel weiter verschärfen. Unregelmäßige Niederschläge führen zu vertrockneten Weideflächen, Viehverlusten und akuter Ernährungsunsicherheit für Millionen Menschen. Da die meisten von Viehzucht und Landwirtschaft leben, bedrohen Dürren sowohl Lebensgrundlagen als auch Stabilität.

Somalia liegt 2025 auf Rang 15 des WeltRisikoIndex und weist damit ein sehr hohes Risiko für Katastrophen und deren Folgen auf.

Eindrücke aus dem Projekt

Ermöglichen Sie langfristige Hilfe

Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie Menschen in akuten Krisen und über die Krise hinaus mit der Schaffung nachhaltiger Infrastruktur.

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