Welt-Lepra-Tag

3D-gedruckte Prothesen: Die DAHW in Sierra Leone

In Sierra Leone stärkt die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe gemeinsam mit dem Orthopädietechnischen Zentrum in Makeni die Versorgung von Menschen mit Unterarmamputationen. Die Prothesen werden vor Ort per 3D-Druck hergestellt. Das Besondere: Die Prothesen sind leicht, schnell anpassbar und im Idealfall innerhalb von 24 Stunden verfügbar. Das reduziert Wege und Wartezeiten erheblich.

Einer der Menschen, die von solch einer Prothese unterstützt werden, ist Santos Kallon. Er verlor im Bürgerkrieg seine rechte Hand und sicherte sich seinen Lebensunterhalt, indem er Holzfiguren schnitzte; bisher mit einem an den Unterarm gebundenen Holzstück als „Hammer“. Mit der neuen Prothese fallen Arbeitsschritte und Alltagsgriffe leichter – die Prothese ist unauffälliger und ermöglicht mehr Teilhabe.

Projektaufbau

Lokale Fertigung: Die Unterarmprothesen werden direkt im Orthopädietechnischen Zentrum Makeni per 3D-Druck produziert. Die 3D-Druck-Technik ermöglicht leichte, hautfarben anpassbare und schnell herzustellende Prothesen.

Infrastruktur & Materialien: Die DAHW hilft beim Aufbau einer stabilen Energieversorgung (u. a. Solaranlage) und Materialbeschaffung für bis zu 200 Prothesen.

Ausbildung: Im Rahmen des Projekts werden Schulungen für Techniker:innen in den Bereichen Scan, CAD und Druck vorgenommen

Nachhaltigkeit & Einbettung: Um den langfristigen Erfolg des Projekts zu sichern, werden zudem Kooperationen mit Kliniken und Hochschulen geschlossen, Awareness-Arbeit geleistet, die Integration ins Gesundheitssystem sowie die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells vorangetrieben.

Logo DAHW

Die Situation in Sierra Leone

Viele Menschen in Sierra Leone leben mit Amputationen. Grund dafür sind Krieg, Unfälle oder späte Lepra-Diagnosen. Im Distrikt Bombali sind es rund 9.000 Menschen mit Behinderungen. In Makeni befindet sich eines von nur wenigen Orthopädietechnik-Zentren des Landes; die DAHW unterstützt das Zentrum seit Jahren.

Sierra Leone liegt 2025 auf Rang 83 des WeltRisikoIndex.

Wie das Projekt hilft 

Schnelle Versorgung

Für viele Betroffene sind längere Aufenthalte kaum möglich. Durch die Fertigung vor Ort kann eine Prothese im Idealfall innerhalb eines Tages angepasst werden.

Weniger Stigmatisierung

Die Prothesen sind leicht und unauffälliger; das hilft im Alltag und bei der Arbeit.

Langfristige Strukturen

Aufbau lokaler Expertise und verlässlicher Energieversorgung stärkt das OTC als Referenzpunkt im Land.

Geplant ist die Versorgung von rund 200 Menschen mit individuell angepassten Unterarmprothesen. Kurzfristig stehen erste Anpassungen und die stabile Stromversorgung im Fokus; mittelfristig verkürzen sich Wartezeiten, langfristig wird das OTC als nationaler Referenzpunkt gestärkt.

Prothese wird im 3D Drucker gedruckt

Persönliche Geschichte: Santos Kallon

Herr Kallons handwerkliche Lösung – Holzscheit am Unterarm, Werkstück zwischen den Knien – zeigt, wie viel Improvisation ohne Hilfsmittel nötig ist. Die angepasste 3D-Prothese erleichtert ihm nun Alltagswege und Arbeitsschritte; von weiter weg wirkt sie „täuschend echt“.

Fotos: © Constanze Vettel / DAHW

Gemeinsam im Bündnis handeln

Als Bündnis sind wir weltweit in verschiedenen Regionen unterwegs. Neben der Katastrophenhilfe setzen wir uns auch für langfristige, nachhaltige Unterstützung und Prävention ein – so wie hier: Technologietransfer, Ausbildung, verlässliche Strukturen und Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen. Danke an alle Spender:innen und Partner, die diese Arbeit möglich machen.

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