Nach dem verheerenden Hurrikan „Matthew“ in Haiti haben die Mitgliedsorganisationen von Bündnis Entwicklung Hilft zusammen mit ihren lokalen Partnern mit der Soforthilfe begonnen und planen bereits längerfristige Maßnahmen.

Berlin, 18. Oktober 2016 – Die Soforthilfe für die Betroffenen steht weiter im Mittelpunkt. Zusammen mit ihren Partnerorganisationen vor Ort haben die Mitgliedsorganisationen Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und Hygieneartikel verteilt. In Notunterkünften werden die Menschen mit Nahrungsmitteln und warmen Mahlzeiten versorgt. In mehreren Städten im Süden und Nordwesten hat die Welthungerhilfe Decken, Moskito-Netze, Matratzen, Hygiene-Sets mit Tabletten zur Wasseraufbereitung, Seife und Werkzeuge an die Betroffenen verteilt.

Um Kinder auch vor den psychischen Folgen zu schützen, sind eine sichere Anlaufstelle und eine gute Betreuung wichtig. Die Kindernothilfe hat die Katastrophenhilfe auf 150.000 Euro erhöht und plant die Eröffnung von vier Kinderschutzzentren in Port-á-Piment. Der Ort an der Südküste der Tiburon-Halbinsel ist – wie die etwas weiter nördlich gelegene Stadt Jérémie – ein Epizentrum der Katastrophe. In den Kinderschutzzentren kümmern sich Sozialarbeiter und Psychologen um die Kleinen, damit sie die traumatischen Erlebnisse verarbeiten können. Viele Kinder hatten Todesangst, als der Hurrikan am 4. Oktober 2016 ihre Heimat verwüstete. Sie mussten mitansehen, wie Menschen von Trümmern begraben wurden, wie Freunde oder Angehörige starben.

Auch die Aufräumarbeiten laufen weiter. Überschwemmte Straßen und Brücken müssen wieder passierbar gemacht, Häuser aufgebaut werden. Die Christoffel-Blindenmission plant Maßnahmen, um die Menschen in Haiti beim Aufbau ihrer Häuser zu unterstützen. Familien sollen zum Beispiel neue Schaufeln, Hacken und Saatgut für die Bewirtschaftung ihrer Felder, sowie Kühe, Ziegen, Ferkel oder Hühner erhalten.

Um die Bevölkerung gegen zukünftige Wirbelstürme besser zu schützen und die Schäden zu verringern, unterstützt Misereor seit langem Projekte für eine stabilere Bauweise von Häusern und ein professionelles Wassermanagement. Einen Hoffnungsschimmer gibt es trotz der nach wie vor erschütternden Zustände: Spezielle Wohnungsbaumodelle von Misereor hielten dem Sturm stand. Derzeit baut die Organisation Schulen wieder auf. In den Teilen des Landes, in denen der Hurrikan „Matthew“ Wälder und Felder zerstört hat, unterstützt Misereor mit einem Teil der eingegangenen Spenden die Beschaffung von Setzlingen und Saatgut. Spätestens Anfang des Jahres 2017 sollen die Menschen wieder selbst ernten können. Bewährt hat sich das von Misereor initiierte Konzept der Waldgärten: Bäume, Wild- und Kulturpflanzen sowie Wild- und Haustiere bilden hierbei ein großes Biotop. Bei der Katastrophe stellte sich nun heraus, dass die Pflanzen in solchen Waldgärten Stürmen besser trotzen können.

Nach Angaben von lokalen Behörden soll es über 1.000 Todesopfer gegeben haben. In den besonders betroffenen Gebieten, etwa rund um die Stadt Jérémie, sind 90 Prozent der Häuser zerstört oder stark beschädigt und 80 Prozent der Ernte ist vernichtet. Überschwemmungen und Hochwasser haben zu einer Trinkwasserverschmutzung geführt. Etliche Menschen sind an Cholera erkrankt: Rund 200 Verdachtsfälle wurden registriert. Aus dem Bezirk Anse-d´Hainault wurden bereits 50 Todesfälle durch Cholera-Erkrankungen gemeldet.

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Stichwort: Hurrikan Matthew

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