Gemeinsam gegen Mangel und Dürre mit der Welthungerhilfe
In der äthiopischen Region Afar sind viele Familien auf Viehzucht angewiesen. Doch anhaltende Dürren, Bodendegradation und extreme Wetterereignisse bedrohen ihre Lebensgrundlage. Besonders Kinder leiden unter den Folgen von Mangelernährung. Fehlender Zugang zu sauberem Wasser und mangelnde Hygiene verschärfen die Situation zusätzlich.
Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, setzt die Welthungerhilfe – Mitglied bei Bündnis Entwicklung Hilft – gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Afar Pastoralist Development Association (APDA) auf einen ganzheitlichen Ansatz: Das Programm „Nutrition Smart CommUNITY" stärkt Ernährungssicherheit, Gesundheit und lokale Selbsthilfe.

Nutrition Smart CommUNITY: Landwirtschaft und Wissen verbinden
Zentraler Bestandteil des Programms ist die Ausbildung von Gemeindeberater:innen. Die Berater:innen werden zu landwirtschaftlichen Fachkräften ausgebildet, die anschließend auf Gemeindeebene arbeiten und technische Unterstützung sowie Beratung für die lokalen Landwirt*innen leisten. Sie bilden so eine zentrale Schnittstelle zwischen den bäuerlichen Haushalten und den agrarpolitischen Vorgaben der Regierung. Damit wird sichergestellt, dass bewährte Praktiken in nachhaltiger Landwirtschaft, klimatolerantem Anbau und effizienter Saatgutnutzung in ländliche Regionen gelangen.
Skalierung: Aus 15 werden 1.500
Dieses Wissen bleibt in den Gemeinden und stärkt die Selbstbestimmung der Menschen über ihre Ernährung.
Nutrition Smart CommUNITY | © Welthungerhilfe

Mangelernährung vorbeugen durch Ernährung und Früherkennung
Frauen spielen eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Mangelernährung: In kleinen Gruppen lernen sie, wie sie aus regional verfügbaren Zutaten nahrhafte Breie und Mahlzeiten für ihre Kinder zubereiten. Unterstützend werden Messbänder eingesetzt, um Anzeichen von Unterernährung früh zu erkennen. So erhalten Kinder und Mütter rechtzeitig Unterstützung – oft noch bevor ein Gesundheitszentrum nötig wird.
Rollen teilen, Verantwortung stärken
Damit Veränderung dauerhaft wirkt, fördert das Programm auch Gleichstellung im Alltag.
Im sogenannten Gender-Modell-Familienansatz übernehmen Männer und Frauen gemeinsam Verantwortung für Ernährung, Kinderbetreuung und Hausarbeit.
So entstehen neue Perspektiven auf familiäre Zusammenarbeit und gemeinschaftliche Entwicklung.
Nutrition Smart CommUNITY | © Welthungerhilfe

Eigenständigkeit fördern – auch wirtschaftlich
Durch Dorf-Spar- und Darlehensgruppen können Familien kleine Rücklagen bilden oder Kredite aufnehmen, um in Viehhaltung, Gemüseanbau oder Kleingewerbe zu investieren.
Besonders Frauen gewinnen dadurch neue Handlungsspielräume – ein wichtiger Schritt zu mehr Unabhängigkeit und Sicherheit in Krisenzeiten.
Äthiopien
Äthiopien am Horn von Afrika zählt zu den Ländern, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Wiederkehrende Dürren, unregelmäßige Regenzeiten und zunehmende Bodendegradation gefährden die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen. Landwirtschaft und Viehzucht – zentrale Einkommensquellen der ländlichen Bevölkerung – leiden massiv unter Wasserknappheit und Ernteausfällen.
Gleichzeitig nehmen Überschwemmungen infolge extremer Regenfälle zu und zerstören Felder, Infrastruktur und Wohnhäuser. Diese klimatischen Extreme verschärfen Armut, Konflikte um knappe Ressourcen und führen zu Binnenmigration.
Äthiopien liegt 2025 auf Rang 86 des WeltRisikoIndex.
Eindrücke aus dem Projekt
Gemeinsam für widerstandsfähige Gemeinden
Das Programm in Afar zeigt, wie gezielte Schulungen, lokale Verantwortung und partnerschaftliche Zusammenarbeit langfristige Wirkung entfalten.
Bündnis Entwicklung Hilft unterstützt diese Arbeit als Zusammenschluss erfahrener Organisationen, die ihre Kräfte bündeln, um Hilfe dorthin zu bringen, wo sie am meisten bewirkt.














