Sudan und Südsudan: Nahrung und Schutz für Rückkehrer*innen in Malakal
Zerstörung, Gewalt und Vertreibung prägen den Alltag vieler Menschen in Sudan und in der Region seit Beginn des anhaltenden Krieges. Die Folgen reichen weit über die Landesgrenzen hinaus: Menschen fliehen vor Hunger und Gewalt, Infrastruktur ist zerstört, lebenswichtige Dienste brechen zusammen.
Ein Teil der Betroffenen erreicht den Südsudan. Viele sind körperlich geschwächt und traumatisiert. Auch fast drei Jahre nach Beginn des Krieges kommen weiterhin täglich Menschen an. Im Bundesstaat Upper Nile, der die längste Grenze zum Sudan hat, ist die Lage besonders angespannt: Seit 2023 sind beinahe eine Million Menschen dort angekommen. Viele fliehen über den Grenzposten Joda nach Renk und von dort weiter nach Malakal.
Ein Moment zum Durchatmen
Nyikueth Chuol Yoah ist 20 Jahre alt. Im Bürgerkrieg in Südsudan und Sudan verlor sie ihre Eltern, ihren Mann und ihr Zuhause. Wie viele der Geflüchteten ist sie im Südsudan aufgewachsen und floh als Kind vor dem Bürgerkrieg in den Sudan. Nach Ausbruch des Krieges im Sudan kehrte sie zurück.
Doch Rückkehrer:innen fallen häufig durch das internationale Hilfsnetz: In UN-Camps im Südsudan werden dauerhaft nur sudanesische Geflüchtete aufgenommen. Für viele Rückkehrer:innen bleibt damit kaum Unterstützung. Im Transitcamp in Malakal, in dem unsere Mitgliedsorganisation Misereor aktiv ist, finden sie zunächst Zuflucht, bevor sie an Orte weiterreisen, an denen sie bleiben wollen. Dort können sie sich ausruhen, essen und durchatmen.

Einordnend beschreibt Misereor-Länderreferentin Katharina Götte die Situation so:
„Die humanitäre und wirtschaftliche Lage der Menschen im Sudan und im Südsudan verschlechtert sich zusehends. Die humanitäre Krise im Sudan hat auch auf die bereits kritische Lage im Südsudan massive Auswirkungen. Immer mehr Geldgeber ziehen sich zurück und überlassen die Versorgung der Menschen lokalen Hilfsstrukturen. Diese benötigen dringend unsere Unterstützung, um besonders verletzlichen und hilfsbedürftigen Menschen ein Minimum an Schutz und Nahrung zukommen zu lassen.“
Geflüchtete in Südsudan
Seit Beginn des Krieges im Sudan im April 2023 sind mehr als 14 Millionen Menschen vor Gewalt und Hunger geflohen. Viele suchen Schutz in Nachbarländern wie dem Südsudan. Besonders der Bundesstaat Upper Nile an der Grenze zum Sudan ist stark belastet: Seit 2023 sind dort beinahe eine Million Menschen angekommen. Ein wichtiger Anlaufpunkt ist die Stadt Malakal, wo im Gebiet Bulukat ein Transitcamp für ankommende Geflüchtete eingerichtet wurde.
Sudan liegt 2025 auf Rang 52 des WeltRisikoIndex, Südsudan auf Rang 97.
Die Lage in Zahlen
Auch im Transitcamp in Malakal zeigt sich die Überlastung deutlich: Im Gebiet Bulukat wurde ein Camp eingerichtet, das derzeit 1.200 Personen beherbergt. Der Zustrom hält an. Aus Renk kommen wöchentlich Boote mit 400 bis 600 Menschen. Trotz aller Bemühungen ist die Lage angespannt.
Das Leben im Transitcamp in Malakal
Wie das Projekt hilft
In dieser Notsituation versorgt Misereor gemeinsam mit Caritas Malakal die Menschen mit notwendigen Hilfsmitteln. Im Zentrum stehen Maßnahmen, die unmittelbar entlasten und Schutz ermöglichen:
Bilder aus dem Projekt
Fotos: © Brockmann / Misereor
Gemeinsam im Bündnis handeln
Als Bündnis sind wir weltweit in verschiedenen Regionen unterwegs. Neben der Katastrophenhilfe setzen wir uns auch für langfristige, nachhaltige Unterstützung und Prävention ein. Danke an alle Spender:innen und Partner, die diese Arbeit möglich machen.




























