Krieg, Hunger und Cholera: Menschen im Jemen brauchen Hilfe

24. November 2017

Jungen holen sauberes Wasser Nähe der Stadt Aden. © Yasin Al-Qubati / DAHW

Im Jemen herrscht seit über zwei Jahren Krieg – mit immer dramatischeren wirtschaftlichen und sozialen Folgen für das Land und seine Bevölkerung. Neben Zerstörung, Armut, Hunger leiden die Menschen seit April dieses Jahres unter einem Cholera-Ausbruch. Eine Besserung ist derzeit nicht in Sicht und eine Ausweitung der Hilfe dringend erforderlich.

Seit März 2015 liefern sich Regierungstruppen und die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz schwere Kämpfe mit vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. Immer wieder kommt es zu Bombardierungen, die auch Krankenhäuser und Schulen treffen. Die andauernde Gewalt hat Infrastruktur, Wirtschaft, Sozialsysteme und öffentliches Leben im Land nahezu zum Erliegen gebracht. Das Ausmaß der Beschädigung und der Zerstörung ist dabei dramatisch: Über die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen sind zerstört oder geschlossen worden, die Wasser- und Sanitärversorgung in vielen Teilen des Landes ist massiv beschädigt. Millionen Menschen leiden an Hunger, schätzungsweise zwei Millionen Kinder sind akut unterernährt. Knapp 3 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Viele von ihnen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Hygieneeinrichtungen. Seit April 2017 sind außerdem die Cholera-Infektionen rapide angestiegen. Fast 2.200 Menschen starben seitdem im Jemen an Cholera.

Die angespannte Sicherheitslage erschwert die Versorgung der Menschen mit Hilfsgütern zusätzlich. Auch werden die Einfuhr und Verteilung von Hilfsgütern durch die Kriegsparteien behindert. Seit Anfang November blockiert Saudi-Arabien wichtige Flug- und Seehäfen des Landes. Dies verschärft die humanitäre Lage weiter. Die Vereinten Nationen warnen vor einer Hungersnot, wenn die Blockade nicht umgehend aufgehoben wird.

Die Bündnis-Mitglieder DAHW, Misereor, Welthungerhilfe und Oxfam sind im Jemen aktiv und leisten Nothilfe für die Menschen. Mit ihren Partnern vor Ort verteilen sie dringend benötigte Lebensmittel und Trinkwasser. Außerdem erhalten Familien Bargeldzahlungen für den Erwerb von Nahrungsmitteln und anderen lebenswichtigen Gütern. Um weiteren Cholera-Infektionen vorzubeugen, werden Hygienesets mit Seife, sauberen Eimern und Wasserbehältern verteilt und Latrinen in Flüchtlingscamps errichtet. Zusätzlich helfen die Bündnis-Mitglieder bei der Instandsetzung von Wasserleitungen und Abwasserkanälen. In Sanaa, Al Hodeida und Taizz bekommen Krankenhäuser finanzielle Unterstützung für die Erstversorgung und Nachbehandlung von Kriegsverletzten, sowie die Bereitstellung von Operationsmaterial und Medikamenten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen besteht in 2017 für die humanitäre Hilfe ein Bedarf von rund 2,3 Milliarden US Dollar. Bisher sind davon 56,9% finanziert, eine weitere Milliarde US Dollar wird noch benötigt. Bündnis Entwicklung Hilft fordert die internationale Gemeinschaft auf, ihr Engagement für ein Ende der Gewalt zu verstärken und mehr finanzielle Mittel für die humanitäre Hilfe bereitzustellen.

Helfen Sie den Menschen in Not und unterstützen Sie die Hilfsmaßnahmen mit Ihrer Spende:

Spendenkonto Bündnis Entwicklung Hilft
IBAN: DE29 100 20 5000 100 20 5000
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Hungerkrisen
Online-Spenden: https://spenden.entwicklung-hilft.de/

 

Mehr Informationen:

DAHW: Jemen
Misereor: Misereor hilft Menschen im Jemen
Oxfam: Jemen: Die Menschen brauchen Unterstützung dringender denn je!
Welthungerhilfe: Mit Bargeld gegen den Hunger