Wirbelstürme, Sturmfluten, Erdbeben

14. September 2017

Jeremie steht mit seiner Tochter in Grand Anse in Haiti vor den Ruinen eines Hauses, das durch Hurrikan Matthew zerstört wurde. © Lanfranchi / Welthungerhilfe

Extreme Naturereignisse haben in den letzten Tagen in der Karibik und in Mittelamerika schwere Schäden angerichtet. Die Region ist laut WeltRisikoIndex 2016 insgesamt gefährdet durch extreme Naturereignisse. In der Karibik und den USA wütete Hurrikan Irma und beschädigte Wohnhäuser, Krankenhäuser sowie die Wasser- und Stromversorgung. Im Norden Haitis und auf Kuba brachte der Hurrikan Überschwemmungen mit sich und vernichtete Ernten. Heftige Erdbeben erschütterten am Wochenende Regionen in Mexiko und Guatemala. In Mexiko kamen laut Angaben der mexikanischen Regierung über 90 Menschen ums Leben, zwei Millionen Menschen sind betroffen.

Karibik und Mittelamerika: Gefährdung durch extreme Naturereignisse © Bündnis Entwicklung Hilft 2017 (Basis: WeltRisikoBericht 2016)

Die Schäden durch die extremen Naturereignisse treffen besonders arme Menschen. Sie haben oft wenig Schutz gegen die Kraft der Naturgewalten. Die Ernteausfälle durch die Hurrikans haben für sie schwerwiegende Folgen, sie verlieren dadurch oft ihre einzige Lebensgrundlage. Die Saison der Hurrikans geht noch bis Ende November. Für die Menschen bedeutet das weiterhin eine Zeit voller Unsicherheit. Hurrikans selbst sind in der Region in der Zeit von Juni bis November keine Ungewöhnlichkeit. Erst letztes Jahr fegte Hurrikan Matthew über Haiti und richtete massive Schäden an. Die globale Erderwärmung und der einhergehende Klimawandel verstärken die Intensität und Häufigkeit der Hurrikans.

Katastrophenvorsorge ist daher auch im Hinblick auf den Klimawandel von zentraler Bedeutung. Aktuelle Erfahrungen in Haiti zeigen aber auch, dass Maßnahmen im Katastrophenschutz bereits greifen. Der Lateinamerika-Verantwortliche bei der Kindernothilfe Jürgen Schübelin berichtete beeindruckt über das Informationssystem zwischen dem Team von Kindernothilfe Haiti, den lokalen Partnerorganisationen und den Selbsthilfegruppen: „Es ist toll, wie professionell und effizient sie in den Risiko-Zonen Alarmpläne und Informationsketten organisiert haben und wie Vorsorgemaßnahmen getroffen wurden“.

Unsere Mitgliedsorganisationen und ihre lokalen Partner unterstützen in Haiti, Kuba, Mexiko und Guatemala Menschen durch kurz- und langfristige Hilfsmaßnahmen. Sie machen sich für Katastrophenvorsorge stark und wirken in gezielten Projekten den Auswirkungen des Klimawandels entgegen.

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