Verlässliche Unterstützung für Afghanistan

30. März 2022

Bündnis Entwicklung Hilft fordert im Vorfeld der Geberkonferenz für Afghanistan eine flexiblere und langfristig verlässliche Unterstützung unter der Berücksichtigung der politischen Verhältnisse. Die deutsche Bundesregierung muss aufgrund der mitverschuldeten Notlage Verantwortung übernehmen und endlich das versprochene Engagement zeigen.

Anlässlich der internationalen Geberkonferenz für Afghanistan, die u.a. von Deutschland mitorganisiert wird, fordert Bündnis Entwicklung Hilft eine umfassende Unterstützung der humanitären Hilfsmaßnahmen durch die internationale Staatengemeinschaft. Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 hat sich die Situation in Afghanistan weiter verschlechtert. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist aktuell auf humanitäre Hilfe angewiesen – ein Großteil davon sind Kinder. Es mangelt an grundlegender medizinischer Versorgung und ausreichend Nahrungsmitteln. In keinem anderen Land ist die Ernährungslage derzeit vergleichbar prekär. Zudem droht durch die gestiegenen Nahrungsmittelpreise durch den Ukraine-Krieg eine weitere Verschärfung, warnen die Bündnis-Mitglieder.

In einem gemeinsamen Positionspapier weisen die Bündnis-Mitglieder auf die besondere Rolle Deutschlands hin. „Die deutsche Bundesregierung muss Verantwortung übernehmen. Es gilt, das verspielte Vertrauen der Afghan:innen nach und nach zurückzugewinnen. Hierbei müssen lokale zivilgesellschaftliche Organisationen im Mittelpunkt stehen“, sagt Peter Mucke, Geschäftsführer von Bündnis Entwicklung Hilft. Neben finanziellen Hilfszusagen und Flexibilität für die Hilfsorganisationen ist auch die Ermöglichung von Geldtransfers nach und innerhalb Afghanistans erforderlich, weil diese aktuell nur sehr eingeschränkt funktionieren. Die Arbeit von Hilfsorganisationen sollte nicht durch verhängte Sanktionen behindert werden.

Die Fortführung der Hilfe unter der Duldung der Taliban bleibt dabei eine permanente Gratwanderung: Im Schatten des Ukraine-Krieges haben die Taliban erst kürzlich die Sekundärschulen für Mädchen geschlossen und damit ihre frauenfeindliche Haltung untermauert. „Die Hilfsorganisationen befinden sich in einem ständigen Abwägungsprozess inwiefern Absprachen mit den lokalen Taliban getroffen werden, um weiterhin Hilfe für die Betroffenen leisten zu können, ohne die fundamentalistische Politik der Taliban aufzuwerten. Die internationale Staatengemeinschaft darf Hilfsorganisationen in diesem schwierigen Spannungsfeld nicht im Stich lassen“, sagt Peter Mucke.

Hinweise für Redaktionen:

  • Das aktuelle Positionspapier finden Sie hier.
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