Syrien: Die nächste Katastrophe droht

13. September 2018

Zerstörung auf den Straßen Syriens © Meyer/ Misereor

Bündnis Entwicklung Hilft fordert die Konzentration auf den Schutz der Zivilbevölkerung, statt über eine Beteiligung der Bundeswehr an möglichen Vergeltungsschlägen zu debattieren.

Berlin, 13.09.2018 – Den Menschen in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens droht eine erneute humanitäre Katastrophe. Die Großoffensive der Regierungstruppen, die Bombardierungen der syrischen sowie russischen Luftwaffe und die Kampfhandlungen von radikal-islamistischen Gruppierungen werden in Idlib ein Trümmerfeld hinterlassen. „Statt über eine Beteiligung der Bundeswehr zu debattieren, sollte die Bundesregierung im Rahmen einer europäischen Initiative einen sofortigen Waffenstillstand unterstützen“, fordert Peter Mucke, Geschäftsführer von Bündnis Entwicklung Hilft, und hebt insbesondere die Genfer Konventionen hervor: „Die internationalen Vereinbarungen zum Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten müssen durchgesetzt werden.“

Bündnis Entwicklung Hilft fordert, dass die Menschen die Region sicher und unversehrt verlassen dürfen und unter allen Umständen mit Menschlichkeit zu behandeln sind. Die Kriegsparteien dürfen die Menschen in Syrien nicht für eigene Interessen missbrauchen. Viele Zivilisten wurden bei früheren Offensiven nach Idlib vertrieben. Sie haben die Zerstörung ihrer Heimat erlebt und leben nun unter angsteinflößenden Bedingungen zwischen den verschiedenen Fronten. Nach Berichten der Partnerorganisationen von medico international haben viele gehofft, Syrien in eine sichere und menschenwürdige Umgebung verlassen zu können und müssen nun in Idlib weiter um ihr Leben bangen.

Zusammen mit ihren lokalen Partnern leisten die Bündnis-Mitglieder medico international, Misereor und Welthungerhilfe unter schwierigsten Bedingungen Nothilfe. „Wer die Hölle von Aleppo gesehen hat, kann sich ausmalen, was der Zivilbevölkerung jetzt in Idlib bevorstehen könnte. Wir werden unser Engagement für die Zivilbevölkerung, die immer wieder zwischen die Fronten gerät und in einer mittlerweile etablierten Kriegsökonomie täglich um ihr Überleben kämpft, daher weiterführen und intensivieren“, erklärt Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon, der sich mehrfach selbst ein Bild von der Situation in Syrien machen konnte.