Für mehr Nachhaltigkeit

23. Januar 2019

Anlässlich der Grünen Woche machen sich die Bündnis-Mitglieder für eine ökologisch und sozial nachhaltige Landwirtschaft stark und präsentieren nachhaltige Projekte, um Hunger, Armut und Ungleichheit entgegenzuwirken.

Rund 821 Millionen Menschen haben in 2017 an Hunger gelitten, zum dritten Mal in Folge ist die Zahl wieder gestiegen. Die Erreichung der Sustainable Development Goals bis 2030 scheint heute eher optimistisch. Und auch die Umsetzung der Klimaziele gibt wenig Grund zur Hoffnung. Welche Rolle die Landwirtschaft im Kampf gegen Hunger, Armut und Klimawandel spielt, erläutern die Bündnis-Mitglieder Brot für die Welt, Misereor, Plan International und Welthungerhilfe anlässlich der Internationalen Grüne Woche.

Eine wesentliche Forderung ist eine Wende in der Agrar- und Ernährungspolitik. Dabei geht ein besonderes Augenmerk der Mitgliedsorganisationen Richtung industrielle Landwirtschaft. Ihre negativen Auswirkungen sind bekannt: Sie trägt unter anderem zur Wasserknappheit, hohen Treibhausgasemissionen, Artensterben und Landraub bei. Alternativen, die das Zusammenspiel von Landwirtschaft, Ernährung und Klimawandel ganzheitlich begreifen, sind dringend notwendig. Mögliche alternative Ansätze bietet die Agrarökologie. „Agrarökologie zielt auf eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Umgestaltung der Agrar- und Ernährungssysteme ab, in denen die Bauern und Bäuerinnen, handwerkliche Verarbeiter*innen und Verbraucher*innen im Zentrum der Entscheidungen stehen“ heißt es im Positionspapier von Brot für die Welt, Misereor und weiteren Organisationen und Verbänden.

Dass innovative Ansätze in vielen Bereichen möglich sind und ein konsequentes Mitdenken von Nachhaltigkeit Chancen und Potentiale bietet, zeigen Projekte der Mitgliedsorganisationen weltweit: Ob ein Projekt von Plan International in Ghana, das durch die Herstellung von Taschen aus Plastiktüten einen Beitrag zur Abfallbeseitigung leistet, für Umweltschutz sensibilisiert und Arbeitsplätze vor allem für Frauen schafft, oder ein Welthungerhilfe-Projekt, das eine App anbietet, mit deren Hilfe sich afrikanische Kleinbauern und -bäuerinnen untereinander verbinden und Ressourcen wie zum Beispiel einen Traktor teilen können.

Solche Projekte sind wichtig, aber es braucht weitergehendes Engagement: Für mehr Nachhaltigkeit, die Bekämpfung der Erderwärmung und die Stärkung der ökologisch sozialen Landwirtschaft ist ein Umdenken und entschlossenes Handeln unabdingbar, von Regierungen, von Industrie und nicht zuletzt von uns Verbraucher*innen.

 

Mehr Informationen:

Brot für die Welt: Sichere Ernährung braucht eine bäuerliche Landwirtschaft
Misereor: Agrarökologie – ein Weg zu nachhaltigen Ernährungssystemen
Plan International: Nachhaltigkeit ist Top-Thema der Grünen Woche
Welthungerhilfe: Ländliche Entwicklung