Corona: Die Hilfsmaßnahmen unserer Mitgliedsorganisationen

23. April 2020

Seit mehreren Wochen arbeiten unsere Mitgliedsorganisationen und ihre lokalen Partner unermüdlich daran, der Verbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Die Sorge vor einer raschen Ausbreitung des Virus in den Projektländern ist groß. Fehlende Ressourcen, instabile Gesundheitssysteme sowie Vorbelastungen durch Krieg, Vertreibung und Schäden durch extreme Naturereignisse verschärfen die prekäre Lage. Die Arbeit der Mitgliedsorganisationen und ihrer Partner wird, trotz der drohenden Gefahr durch die Corona-Pandemie und den erschwerten Bedingungen durch die Ausgangsbeschränkungen, fortgesetzt. Lesen Sie hier mehr über die aktuellen Hilfsmaßnahmen unserer Bündnis-Mitglieder anhand einzelner Projektbeispiele:

Brot für die Welt: Bereits Anfang März haben die lokalen Partner von Brot für die Welt auf die Corona-Krise reagiert und ihre Projektarbeit angepasst. In Liberia werden beispielsweise in Zusammenarbeit mit einer lokalen Partnerorganisation Handdesinfektionsmittel verteilt sowie vermehrt Aufklärungsarbeit betrieben. Die Partnerorganisation Zimbabwe Council of Churches (ZCC) klärt in Simbabwe die Bevölkerung mithilfe von  Social Media über Covid-19 auf und verteilt Schutzmasken an Krankenhäuser.

Christoffel-Blindenmission: In Sabhar, Bangladesch organisiert die lokale Partnerorganisation Centre for Disability in Development (CDD) Aufklärungskampagnen zum Coronavirus. Freiwillige werden von der Partnerorganisation mit Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung ausgestattet, um die Stadtviertel zu desinfizieren. Ein eigens gegründetes Katastrophenmanagement-Komitee, in dem Menschen mit Behinderungen mitwirken, verteilt selbstgenähte Schutzmasken und Infomaterial zu Covid-19 an die Bevölkerung.

DAHW: Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe unterstützt als Teil ihrer 7:1-Kampagne derzeit unter anderem ein Krankenhaus in Brasilien mit der Bereitstellung von Spenden und Hygienematerial. In Afghanistan wurden bereits Anfang Februar Workshops durchgeführt, in denen Verantwortliche auf Herausforderungen der Krise vorbereitet und Präventionsmaßnahmen erklärt wurden. In Indien verschärft sich die humanitäre Krise nach der plötzlich durch die Regierung eingeführten Ausgangssperre immer mehr. Tausende Wanderarbeiter*innen können nicht mehr in ihre Heimatorte zurückkehren und sitzen fest. Hier unterstützt die Partnerorganisation German Leprosy and Tuberculosis Relief Association (GLRA) mit der Verteilung von Nahrungsmitteln.

Kindernothilfe: Auch in der Projektarbeit der Kindernothilfe hat sich aufgrund der Corona-Pandemie der Schwerpunkt verschoben. Der Fokus liegt nun auf der Aufklärung der Bevölkerung, insbesondere von Kindern und Familien, über Schutzmaßnahmen.  Die Aufklärungsarbeit ist vor allem in den Flüchtlingscamps, in denen Menschen auf engstem Raum leben, essentiell. Als zusätzliche Maßnahme nähen Geflüchtete im Camp Moria auf Lesbos, in Zusammenarbeit mit einer Partnerorganisation, Schutzmasken. Das selbstorganisierte „Moria Corona Awareness Team“ klärt Bewohner*innen des Camps über wichtige Präventivmaßnahmen auf und hilft so im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus.

medico international: Um flächendeckend Hilfsmaßnahmen umzusetzen, fordert medico international Solidarität mit den Partnern im Kampf gegen das Coronavirus. Die Mitarbeiter*innen von medico und seinen Partnerorganisationen sind derzeit unter anderem in El Salvador, Guatemala und Somalia aktiv. Dort ist die Partnerorganisation Nomadic Association for Peace and Development (NAPAD) vor allen in ländlichen Regionen mit Wasserkanistern und Seife unterwegs und treibt außerdem den Ausbau der Wasserinfrastruktur voran. Eine unzureichende und ungleich verteilte Wasserversorgung stellt für viele Projektländer in der Corona-Krise eine zusätzliche Herausforderung dar.

Misereor: Die Partnerorganisation National Peace Council (NPC) zeigt in Sri Lanka ein gutes Beispiel für solidarische Zusammenarbeit. In fast 40 lokalen, interreligiösen Komitees leisten Buddhist*innen, Muslim*innen, Hinduist*innen und Christ*innen gemeinsam unkomplizierte und schnelle Hilfe für Menschen, die in besonderer Weise von der Corona-Krise und der in Sri Lanka herrschenden Ausgangssperre betroffen sind. Sie unterstützen besonders schwer betroffene Menschen mit Lebensmittelpaketen und Schutzmasken und leisten Aufklärungsarbeit zu Covid-19.

Plan International: Um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen und Kinder sowie ihre Familien vor Ort zu schützen, werden in den Projekten, beispielsweise in Benin oder dem Flüchtlingscamp Azrak in Jordanien, insbesondere Hygiene- und Aufklärungsmaßnahmen ausgeweitet. In Schulen, Flüchtlingscamps und Gesundheitszentren werden zusätzlich leicht zu bauende Waschstationen, sogenannte „Tippy Taps“, errichtet. Über Radiosendungen und Social Media können sich die Gemeinden über die Gefahren von Infektionskrankheiten informieren und erfahren, wie sie sich am besten schützen können.

terre des hommes: Mit seinen lokalen Partnern hilft terre des hommes vor allem Kindern und ihren Familien, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu überleben. In Peru unterstützt die Partnerorganisation MANTHOC Familien, die durch die verhängte Ausgangssperre in Lima ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen können, mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln. Darüber hinaus setzten sie sich dafür ein, dass berechtigte Familien Zugang zu staatlichen Hilfsprogrammen erhalten. In der südafrikanischen Stadt Port Elizabeth hat der Projektpartner Ubuntu seine Arbeit darauf fokussiert, Kinder mit Lebensmitteln, Seife, Desinfektionsmitteln und notwendigen Medikamenten zu versorgen, um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren.

Welthungerhilfe: Da viele der Projektländer über keine ausreichende Sanitärinfrastruktur verfügen, weitet die Welthungerhilfe unter anderem die Maßnahmen im Bereich Hygiene aus. Dabei ist die langjährige Erfahrung mit Maßnahmen im Bereich Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene (WASH) ein großer Vorteil. So werden zum Beispiel in Burundi Regenwasser-Sammelsysteme wiederhergestellt, Waschstationen an Schulen errichtet und die Schüler*innen über Vorbeugungsmaßnahmen zu Covid-19 aufgeklärt. In Malawi wird eine Quarantänestation für neu ankommende Geflüchtete im Flüchtlingscamp in Dzaleka vorbereitet. Außerdem werden Handwaschstationen installiert und Seife verteilt.

German Doctors: Für die Projektarbeit von German Doctors stellen vor allem die Ausgangsbeschränkungen sowie die Rücksendung ehrenamtlicher Einsatzärzt*innen eine Herausforderung dar und führen zu Beeinträchtigungen der medizinischen Hilfsmaßnahmen. Die Arbeit verschiebt sich daher vermehrt in Richtung Nahrungsmittelsicherung und -verteilung. Auf den philippinischen Inseln Luzon und Mindoro verteilen Mitarbeiter*innen Nahrungsmittelpakete an besonders Schutzbedürftige. Im Mathare Valley-Slum in Nairobi, Kenia steht vor allem der Schutz von chronisch Kranken im Vordergrund. Hierfür hat das lokale medizinische Fachpersonal hauptsächlich die Verantwortung übernommen.

Oxfam: Bei seiner Projektarbeit zu Corona kann Oxfam auf jahrelange Erfahrung zurückgreifen, die zum Beispiel durch die Bekämpfung von Ebola gewonnen wurde. Gemeinsam mit den lokalen Partnerorganisationen fokussiert sich Oxfam aktuell auf 16 Länder, darunter Uganda. Dort werden im Flüchtlingscamp Rhino die Bewohner*innen mit sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen versorgt. Ein „Hygiene-Club“ klärt Kinder in Gesprächen und Theaterstücken über Präventionsmaßnahmen auf und stärkt so die Selbsthilfekräfte.

 

Solidarität ist jetzt gefordert. Bitte unterstützen Sie die Hilfsmaßnahmen durch Ihre Spende:

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Stichwort: Corona-Pandemie weltweit
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