Hungerkrisen

Hilfe für die Dürreopfer: Überleben retten, Zukunft sichern

Im Jemen hilft die DAHW bei der Lebensmittelversorgung der unterversorgten Dörfer. © Yasin Al-Qubati / DAHW
In den Dürregebieten in Äthopien unterstützt Misereor unter anderem die Bohrung von Brunnen, um die Wasserversorgung in den Dörfern längerfristig zu verbessern © Georg Ehrler/Misereor

Kinder im Flüchtlingslager Dolo Ado in Äthiopien. Für jüngere Kinder zwischen fünf und elf Jahren organisiert der äthiopische Partner von Brot für die Welt Notschulen, die rund 1.800 Kindern Lernmöglichkeiten und Abwechslung im tristen Flüchtlingsalltag bieten. © Roman Farkas/Brot für die Welt/Diakonie Katastrophenhilfe

Der medico-Partner NAPAD organisiert Wassertransporte in die Dürre-Regionen in der Region Gedo in Somalia © Abdullahi Hersi/ NAPAD
Eine stillende Mutter in einem Krankenhaus nahe der Stadt Burao in Somaliland. Kinder und schwangere Frauen leiden am meisten unter der Dürre. Die Kindernothilfe engagiert sich mit Wassertransporten, Nahrungsmittelversorgung und Hygieneschulungen für die Bevölkerung. © Angelika Böhling/Kindernothilfe
In Idhanka in Somaliland unterstützt die Welthungerhilfe die Bevölkerung mit der Verteilung von Nahrungsmitteln. © Alex Getmann/Justfilms/Welthungerhilfe
Anwohnerinnen bei der Gartenarbeit im Zvidozvevanhu-Garten im Shurugwi-Distrikt in Simbabwe. © Maso Zimjr/ terres des hommes

In Ostafrika, Nigeria, Niger und dem Jemen droht eine der schlimmsten Hungerkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte. Infolge der anhaltenden Dürre in vielen Regionen und aufgrund des chronischen Wassermangels können die Menschen ihre Felder nicht mehr bestellen, Nutztiere verenden und Ernten fallen aus. Die Menschen werden dazu gezwungen, auf unsichere Wasserquellen zurückzugreifen. Der Anstieg von Durchfallerkrankungen wie Cholera ist die Folge. Darüber hinaus führt der Anstieg der Nahrungsmittelpreise durch den Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion dazu, dass insbesondere einkommensschwache Familien sich nicht ausreichend ernähren können.

In Somalia, dem Südsudan, Nigeria und dem Jemen leiden die Menschen außerdem unter anhaltenden gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Konfliktparteien. Staatliche Versorgungsstrukturen in den Ländern sind stark eingeschränkt oder komplett zerstört. Menschen müssen ihre Heimat verlassen, auf Suche nach Nahrung und Wasser und auf der Flucht vor Gewalt und Terror.

Die acht Bündnis-Mitglieder sind mit unterschiedlichen Hilfsmaßnahmen im Jemen, Kenia, Niger, Nigeria, Simbabwe und am Horn von Afrika aktiv. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnerorganisationen leisten sie akute Überlebenshilfe für Mensch und Tier. Sie versorgen die Menschen mit dringend benötigten Hilfsgütern: Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Hygieneartikeln wie Seife.

Gleichzeitig stärken die Bündnis-Mitglieder mit längerfristigen Projekten die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften gegenüber Dürreperioden.

Bisher hat das Bündnis Entwicklung Hilft 6,4 Millionen Euro für die Hungerkrisen gesammelt. Trotzdem ist eine Ausweitung der Hilfe weiterhin notwendig. Helfen Sie mit!

  • Im Jemen bereitet die DAHW in Aden und Umgebung die Ausgabe von 1.000 Cholera-Kits vor. Diese enthalten unter anderem Infusionen, Rehydrationssalze und Wasseraufbereitungstabletten. Die Welthungerhilfe und ihr Partner ACTED bezuschussen ein Cash-Transfer-Programm, bei dem Betroffene Bargeld erhalten, um sich dringend benötigte Nahrungsmittel und Güter schnell kaufen zu können.
  • In Kenia stellt medico international finanzielle Mittel für die Verteilung von Hilfsgütern in Regionen bereit, in denen bisher keine staatliche Hilfe angekommen ist. Zudem unterstützt medico die Arbeit zur Verankerung des Menschenrechts auf Nahrung für alle Bürger*innen in der neuen kenianischen Verfassung.
  • Im Niger unterstützt die Christoffel-Blindenmission in Flüchtlingslagern und informellen Siedlungen die Verbesserung der Wasserversorgung und den Bau von Latrinen und Duschen unter Beachtung der besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung.
  • In Nigeria bezuschusst Misereor den Bau von größeren Stau- oder Regenauffangbecken und Brunnen in Dorfgemeinschaften in den Regionen Yola und Maiduguri für einen verbesserten Zugang zu Wasser und fördert Methoden einer umweltgerechten Landwirtschaft.
  • In Simbabwe führt terre des hommes Ernährungsprogramme für Kinder durch und gibt nährstoffhaltige Lebensmittel für Schwangere und stillende Mütter aus. Außerdem werden landwirtschaftliche Schulungsprogramme zu resistenteren Anbaumethoden für Mais und Bohnen angeboten. In Somalia in der Provinz Galmuduq finanziert Brot für die Welt die Verteilung von Gutscheinen, die Familien gegen Wasser einlösen können. Außerdem werden in den Gemeinden Tiefbrunnen und Flachbrunnen ausgebessert oder neu gebaut. Die Einwohner sind in die Bauarbeiten an den Brunnen eingebunden: Durch sogenannte Cash-for-work-Maßnahmen erhalten sie ein Einkommen, das ihr Überleben und das ihrer Viehbestände sichert.
  • In Somaliland, das sich von Somalia unabhängig erklärt hat, finanziert die Kindernothilfe Wasser und Nahrungsmittel und deren Transport in die Dörfer im Hinterland von Burao bis an die äthiopische Grenze. Die Familien erhalten vier Kilo Datteln und Haferflocken, fünf Liter Öl und je zehn Kilogramm Reis, Mehl und Zucker. Zusätzlich werden in Grundschulen in Hargeisa und im westlichen Gabiley Schulspeisungsprogramme bezuschusst.
  • Im Südsudan stellt die Welthungerhilfe betroffenen Bauernfamilien Getreidesaat, Gemüsesamen und Angelsets zur Verfügung. Die DAHW trägt die Kosten für einen LKW-Hilfstransport zur Versorgung eines Krankenhaus im Bundesstaat Western mit Lebensmitteln wie Reis, Bohnen, Speiseöl und Maismehl, Gasflaschen zum Kochen und Hygieneartikeln wie Matratzen, Seife und Verbandsmaterial.

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Syrien / Irak

Mehr als die Hälfte der syrischen Bevölkerung hat Flucht und Vertreibung erlebt

Eine Gruppe jesidischer Flüchtlinge sitzt innerhalb einer Siedlung von Hausrohbauten im Nordirak. ©Imke Lass/ Welthungerhilfe
Psychosoziales Betreuungsprogramm für Kinder aus syrischen und irakischen Familien in einem Gemeindezentrum in Suleimaniyah im Nordirak © Christoph Püschner/ Brot für die Welt.
© Mark Mühlhaus / attenzione / medico international
Die Kinder und Jugendliche im Camp für Binnenvertriebene in Erbil in der Autonomen Region Kurdistan im Irak haben Krieg, Gewalt und Terror erlebt. © Peter Käser/terres des hommes
Die jesidische Familie ist aus Sindjar-Stadt über den Berg geflüchtet und lebt nun nahe Sheferdin in ärmlichen Verhältnissen in einer provisorischen Behausung am Fusse des Sinjaar-Gebirges. ©Kathrin Harms/ Misereor
Tanzkurs für Jugendliche aus syrischen und irakischen Familien mit Fluchterfahrung in einem Gemeindezentrum in Suleimaniyah im Nordirak © Christoph Püschner/ Brot für die Welt

Die Lage in Syrien und Irak bleibt für die Bevölkerung dramatisch. Millionen Menschen sind von der kriegerischen Gewalt zwischen Regierungstruppen, dem Islamischen Staat und weiteren bewaffneten Gruppen und Zerstörung betroffen und brauchen humanitäre Hilfe.

Allein in Syrien sind bis Ende 2016 5,5 Millionen Menschen in die umliegenden Länder oder weiter geflohen, über 6,3 Millionen weitere Menschen suchen im eigenen Land Schutz. Damit hat über die Hälfte der syrischen Bevölkerung heute Vertreibung und Flucht erlebt. Laut UN-Angaben sind zu Beginn des siebten Jahres des gewaltsamen Bürgerkrieges 13,5 Millionen Syrer und Syrerinnen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Über die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Eine politische Lösung ist in Syrien bisher nicht in Sicht. Die Kriegsparteien liefern sich weiterhin gewaltsame Auseinandersetzungen und missachten das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte. Immer wieder geraten Zivilisten zwischen die Fronten. Sie leiden unter der Gewalt, Zerstörung, der Unsicherheit, der fehlenden medizinischen Versorgung, dem häufigem Ausfall der Strom- und Wasserversorgung, Einschränkungen im öffentlichen Leben, Arbeitslosigkeit und ständig steigenden Preisen. Darüber hinaus steigern die häufige Verweigerung und Verzögerung von humanitären Hilfslieferungen und dringend nötigen Evakuierungen von gesundheitlichen Notfällen das Leid der Betroffenen und führen zu zivilen Todesfällen.

Auch im Irak ist die Lage besorgniserregend. Ende 2016 waren laut Schätzungen der UN über 3 Millionen Menschen innerhalb des Iraks auf der Flucht, über 1,2 Millionen leben in provisorischen Zeltunterkünften. 11 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. Besonders in der Gegend um Mossul ist die Situation und humanitäre Versorgungslage der zurückgebliebenen Bevölkerung seit dem Beginn der militärischen Operationen im Oktober 2016 kritisch. Hundertausende sind nach Angaben der irakischen Regierung vor der Gewalt geflohen, mehrere tausend wurden aufgrund von traumatischen Erlebnissen in umliegenden Krankenhäusern behandelt. Darüber hinaus sind über 200.000 Syrer und Syrerinnen in den Irak geflohen und leben überwiegend in Flüchtlingscamps in den kurdischen Gebieten im Westen des Iraks.

Der Großteil der Menschen aus Syrien und dem Irak, die außerhalb ihrer Heimatländer Schutz suchen, flieht in die Nachbarländer Jordanien, Libanon und Türkei. Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen stoßen diese Länder an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Allein die Türkei hat bis Ende 2016 2,9 Millionen Flüchtlinge aufgenommen.

Um die akute Notsituation der Flüchtlinge zu lindern sind die Bündnis-Mitglieder in Syrien, im Irak und den Nachbarländern aktiv und leisten wichtige Beiträge zur Grundversorgung. In den Aufnahmeländern achten die Partnerorganisationen darauf, auch arme und benachteiligte Bevölkerungsschichten des Landes in die Maßnahmen einzubeziehen, um Konflikte zu verhindern und die Akzeptanz untereinander zu stärken. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnerorganisationen geben sie Flüchtlingen und Binnenvertriebenen in der Region existenzielle Hilfsmittel wie Nahrungsmittel-Pakete, Wasser, Kanister und Hygienesets aus. In den kalten Jahreszeiten verteilen die Bündnis-Mitglieder zudem warme Kleidung, Decken, Brennstoff und Heizgeräte. In einigen Orten, an denen Güter auf dem lokalen Markt weiterhin verfügbar sind, werden außerdem Gutscheine für Lebensmittel verteilt.

Neben der Versorgung mit Hilfsgütern des täglichen Bedarfs unterstützen die Bündnis-Mitglieder Gesundheitseinrichtungen in Syrien und den Nachbarländer. Die oft nur provisorisch errichteten Einrichtungen erhalten zum Beispiel finanzielle Zuschüsse, Medikamente, einfache medizinische Geräte und Betten für die Versorgung der Kranken und Verwundeten. Dabei werden die besonderen Bedürfnisse von Neugeborenen ebenso berücksichtig wie von geflüchteten Menschen mit Behinderungen. Da viele Menschen, vor allem Kinder, extreme Belastungen durchlebt haben und traumatisiert sind, legen die Bündnis-Mitglieder und ihre Partner außerdem großen Wert auf psychosoziale Betreuung- und Beratungsangebote. Sie finanzieren dabei psychosoziale Freizeit- und Lernangebote für Kinder, Beratungsangebote für Frauen in Gemeindezentren ebenso wie individuelle Traumatherapien bei psychologisch geschultem Fachpersonal.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Projektarbeit ist die Bildungsarbeit. Die geförderten Maßnahmen reichen von der Bezahlung von Schulgeld, Schuluniformen und Unterrichtsmaterialien über die Förderung der Einrichtung von provisorischen Schulen bis hin zur Finanzierung und Organisation von informellen Bildungsangeboten in Flüchtlingscamps. Ziel ist insbesondere Kindern und Jugendlichen neben den schulische Fähigkeiten auch grundlegende Lebenskompetenzen zu vermitteln und ihnen einen Raum zu schaffen, in dem sie ihre Erlebnisse verarbeiten können. Die Kinder sollen soweit möglich auf eine Integration in das öffentliche Schulsystem vorbereitet werden. Alle Aktivitäten werden von lokalem Fachpersonal durchführt, das in den Bereichen Kinderschutz, Kinderrechte und psychosoziale Betreuung ausgebildet wurde. Für Erwachsene unterstützen die Bündnis-Mitglieder weiterbildende Aktivitäten in unterschiedlichen Bereichen. Sie können zum Beispiel Internet- und Computer-Trainings, Englisch- und Literaturkurse oder Workshops zu Hygiene und Frauenrechten teilnehmen.

Länderprofil Syrien

Bevölkerung: 18,56 Mio. Einwohner (2016)
Fläche: 185,2 Tsd. km²

Human Development Index 2015: 0,536 (gering)
Welthungerindex 2016: keine Angaben

WeltRisikoIndex 2016

 Risiko: 5,69 % (mittel)
 Exposition: 10,56 % (gering)
 Vulnerabilität: 53,85 % (hoch)

Länderprofil Irak

Bevölkerung: 37,55 Mio. Einwohner (2016)
Fläche: 435,1 Tsd km²

Human Development Index 2015: 0,649 (mittel)
Welthungerindex 2016: 22,0 (ernst)

WeltRisikoIndex 2016

 Risiko: 4,49 % (gering)
 Exposition: 8,08 % (sehr gering)
 Vulnerabilität: 55,55 % (hoch)

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Erdbeben Nepal

Nepal: Zwei Jahre nach dem Beben

Familie Suseela in ihrem vom Erdbeben zerstörten Haus in einem Dorf westlich von Kathmandu ©Brot für die Welt
Aufbau eines Notversorgungs-Camp für Erdbebenopfer mit Behinderungen in Sipaghat in der Region Sindhupalchowk. Sindhupalchowk war der Distrikt mit der höchsten Anzahl von Todesopfern durch das Erdbeben. © Christoffel-Blindenmission
Der CBM-Partner 'Hospital and Rehabilitation Centre for Disabled Children' gibt  in einem Bergdorf in Sipapokhari Medikamente an Betroffene aus. © Christoffel-Blindenmission
Nepalesische Kinder bei einer Schulspeisung nach dem Erdbeben © Kindernothilfe
Nepalesische Frauen zertrümmern Steine für den Bau eines Brunnen. © Brot für die Welt
Die Patienten Maya, Ganesh und Manish im Notversorgungs-Camp des CBM Partners Hospital and Rehabilitation Centre for Disabled Children nach dem zweiten Erdbeben am 12. Mai 2015 © Christoffel-Blindenmission
Wiederaufnahme des Schulunterricht in eine provisorischen Unterkunft © Wolff/ Welthungerhilfe

Am 25. April 2015 bebte die Erde Nepals mit einer Stärke von 7,9. Das Epizentrum lag 80 Kilometer nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Auch in Nordindien, China, Tibet und Bangladesch waren die Erschütterungen zu spüren. Es folgte ein zweites Beben der Stärke 7,2 am 12. Mai 2015. Die Erdbeben trafen die Menschen am Himalaya hart: Über 8.800 Menschen verloren in Folge der Erdbeben ihr Leben, eine halbe Million wurden obdachlos, 70 Prozent der rund 28 Millionen Einwohner Nepals waren direkt betroffen und mehr als acht Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Auch die Infrastruktur wurde massiv beschädigt. Über 500.000 Häuser wurden infolge der Beben komplett zerstört und über eine Millionen Einwohner hatten keinen Zugang mehr zu sauberem Wasser. Ganze Dörfer in den entlegenen Bergregionen waren aufgrund von Erdrutschen und Lawinen auf den ohnehin wenigen Verbindungstraßen von der Versorgung abgeschnitten.

Unsere Bündnis-Mitglieder engagierten sich zum Zeitpunkt des Erdbebens bereits mehrere Jahre und konnten zusammen mit ihren lokalen Partnerorganisationen unmittelbar nach dem Erdbeben Nothilfe leisten. Gemeinsam mit ihren Partner verteilten sie Trinkwasser, Lebensmittel, Hygieneartikel, Zelte an Betroffene, errichteten Notunterkünfte und halfen bei der medizinischen Versorgung von Verletzten. Außerdem wurden Anlaufstellen errichtet, in denen geschultes Fachpersonal die Menschen psychologisch bei Erstbewältigung ihrer erlittenen Traumata begleitete.

Nach den Nothilfemaßnahmen und Aufräumarbeiten standen – und stehen weiterhin – die längerfristige Unterstützung der Menschen beim Wiedereinstieg in ihren Alltag und der Wiederaufbau im Mittelpunkt der Projektaktivitäten. Die Bündnis-Mitglieder verteilten Baumaterial, Werkzeuge sowie Schulmaterialien für Kinder, unterstützen in der Herstellung von indigenem Saatgut und leisteten finanzielle Zuschüsse für die Viehzucht. Außerdem wurden beschädigte Schulen und Gesundheitszentren instandgesetzt und die Wiederherstellung der Wasserversorgung in einigen Gemeinden unterstützt. Zusätzlich organisierten die Mitgliedsorganisationen zahlreiche Schulungen und Trainingsmaßnahmen unter anderem zu ökologischer Landwirtschaft, zur Kleintierhaltung, Vermarktungsmethoden von Produkten, zum Aufbau und Management von Kooperativen und unterstützen berufliche Ausbildungslehrgänge für Männer und insbesondere Frauen im Bereich Handwerk und Gesundheitsversorgung. Darüber hinaus beraten die Bündnisorganisationen zusammen mit ihren Partnern die nepalesische Regierung zum barrierefreien Wiederaufbau gemäß dem Motto „build back better“ und fördern die Etablierung eines Ausbildungszentrums für erdbebensicheres Bauen.

Auch zwei Jahre später befindet sich Nepal abseits des Interesses der Weltöffentlichkeit nach wie vor im Prozess des Wiederaufbaus. Ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren, wie eine unzureichende Verkehrsinfrastruktur, bürokratische Abläufe und Regelungen, fehlende Arbeitskraft und technisches Knowhow und mangelnde Ressourcen sowie die politische Lage und schwankende Monsunregenfälle, verlangsamen und erschweren den Wiederaufbau. Eine weitere Herausforderung ist im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels die Katastrophenprävention. Um die Schäden durch schwere Erdbeben und zunehmende extremen Naturereignisse zu minimieren gilt es die Katastrophenprävention im Wiederaufbau konsequent mitzudenken und Bewältigungs- und Anpassungskapazitäten des nach wie vor wirtschaftlichen armen Landes zu stärken.

Länderprofil Nepal

Bevölkerung: 28,8 Mio. Einwohner (2016)
Fläche: 147,2 Tsd. km²

Human Development Index 2015: 0,558 (mittel)
Welthungerindex 2016: 21,9 (ernst)

WeltRisikoIndex 2016

 Risiko: 5,12 % (gering)
 Exposition: 9,16 % (sehr gering)
 Vulnerabilität: 55,91 % (hoch)

Hilfe für Flüchtlinge

Hilfsmaßnahmen der Bündnis-Mitglieder in Transit- und Aufnahmeländern

Eine Familie im Flüchtlingslager Idomeni in Griechenland hat ihre Nahrungspakete abgeholt. © Thomas Lohnes/ Brot für die Welt
Schulungsmaßnahmen für das Schneiderhandwerk in einem Projekt in Nouadhibou in Mauretanien © Misereor
Learn and Earn-Programm im Bereich Ressourcenschutz für syrische Jugendliche im Libanon © Kindernothilfe
Spielangebote für Flüchtlingskinder in einem Übergangswohnheim in Oberhausen © Nadine Böttcher/ terres des hommes
Hausaufgabenhilfe für Kinder mit Fluchterfahrung in Weiden in der Opferfalz © Andreas Rister/ terres des hommes
Syrische Kinder im Unterricht im Libanon © Kindernothilfe

65,6 Millionen Menschen sind Ende 2016 weltweit auf der Flucht vor Krieg, Gewalt, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen. Zusätzlich sind im Jahr 2016 24,2 Millionen Menschen innerhalb ihrer Landesgrenzen vor plötzlich eintretenden extremen Naturereignissen wie Stürmen oder Überschwemmungen geflohen. Damit bleibt die Anzahl der Menschen auf der Flucht in 2016 auf einem Rekordhoch. Kinder unter 18 Jahren machen einen Anteil von 51 Prozent aus. Die Menschen fliehen überwiegend innerhalb des eigenen Landes oder in die Nachbarländer der Krisenregionen, nur verhältnismäßig wenige suchen Schutz in Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Insgesamt ist die Anzahl der Menschen auf der Flucht global seit 2012 stark gestiegen. Die Hauptursache für den Anstieg ist der andauernde Krieg in Syrien , aber auch Kriege, Gewalt und Terror in den Ländern Afghanistan und Irak sowie Kolumbien, Südsudan, Sudan, Demokratischer Republik Kongo und Somalia.

Die Hauptlast der aktuellen Fluchtbewegungen tragen gemessen am Bruttosozialprodukt deutlich ärmere Länder als Deutschland, wie der Libanon oder Jordanien. So kommen im Libanon auf 1.000 Einwohner 169 Geflüchtete, in Jordanien 91 und in der Türkei 36. In Deutschland sind es laut aktuellen Schätzungen zum Ende des Jahres 2016 acht pro 1.000 Einwohner.

Auf allen Stationen ihrer Flucht sind die Menschen auf Hilfe angewiesen. Auch die Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländer benötigen Unterstützung, um eine menschenwürdige Versorgung der Flüchtenden zu gewährleisten. In Ergänzung zu ihrem Engagement gegen die Ursachen von Hunger, Armut und Gewalt und für nachhaltige Entwicklung und soziale Gerechtigkeit fokussieren sich die Mitglieder auf unmittelbare, schnelle Nothilfe für Flüchtende.

Ländergrafik_Flucht_V2-01

In Herkunfts-, in Transit- und Aufnahmeländern setzen die Bündnis-Mitglieder und ihre lokalen Partnerorganisationen in vielseitigen Projekten Bündnis-Mittel zur Unterstützung von Menschen auf der Flucht ein. Ziel ist es die Lebenssituation von Flüchtenden mit ihren besonderen Bedürfnissen auf unterschiedlichen Stationen ihrer Flucht soweit wie möglich zu verbessern sowie den Austausch und das Miteinander zwischen lokaler Bevölkerung und Geflüchteten zu stärken. Die Hilfsmaßnahmen reichen von der Verteilung von Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Kleidung, über Sprach- und Weiterbildungskurse bis hin zur Schaffung von Räumen der Begegnung für lokale Bevölkerung und Geflüchtete.

  • In Flüchtlingscamps in Niger in der Diffa Region im Grenzgebiet zu Nigeria stehen für nigerianische Geflüchtete und nigrische Binnenvertriebene mit Behinderungen, mehrere Hilfsangebote zur Verfügung. Sie erhalten bei Bedarf medizinische Unterstützung in Form von kostenloser Behandlung, Medikamenten und psychischer Beratung. Weiterhin können sie eine finanzielle Starthilfe für den Aufbau von kleinen Geschäften oder für den Erwerb von Nutztieren bekommen. Zusätzlich wird in den Flüchtlingscamps die Einrichtung von barrierefreien Toiletten und Duschen gefördert.
  • In Gemeinden im Chouf-District in Mount Lebanon im Libanon werden für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren und Jugendliche im Alter von 16 und 25 Jahren aus syrischen Flüchtlingsfamilien und sozial vulnerablen libanesischen Bürgern unterschiedliche Maßnahmen im Bildungsbereich angeboten. Das Projekt finanziert zum Beispiel Kosten für Transport und Schulmaterialien, Förderunterricht und zusätzliche Ausrüstung für öffentliche Schulen, die Schüler aus der Zielgruppe aufgenommen haben. Weiterhin bietet es speziellen Basis-Förderunterricht in arabischer Sprache sowie psychosoziale Unterstützung für Kinder mit Kriegs- oder Fluchttraumata an. Jugendliche können an einem Learn and Earn-Programm in den Bereichen Ressourcenschutz und Garten- und Landschaftsbau teilnehmen.
  • In Deutschland wird in einem Projekt im Rhein-Main-Gebiet psychosoziale Unterstützung für Geflüchtete insbesondere für Menschen aus Eritrea, Afghanistan und Syrien in Notunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen angeboten. Geflüchtete können kurzfristig Beratungsgespräche und telefonische Sprechstunden wahrnehmen und erhalten Unterstützung in der Organisation langfristiger Versorgungsangebote. Für psychosozialen Fachpersonal, Dolmetscherinnen und Diasporaorganisationen werden Beratungsgespräche und Fortbildungen für die Arbeit mit Geflüchteten organisiert. Zur Sensibilisierung der Fachorganisationen und der Öffentlichkeit für die psychosozialen Bedürfnisse und die Versorgungssituation von Geflüchteten finden außerdem mehrere öffentliche Diskussionsveranstaltungen statt.

Weltkarte des Risikos

Wie hängt das Katastrophenrisiko eines Landes mit der gesellschaftlichen Situation zusammen? Welchen Einfluss haben Faktoren wie Regierungsführung, Qualität des öffentlichen Gesundheitssystems, Umweltsituation und Bildungsniveau auf die Gefährdung eines Landes durch Naturkatastrophen?

Der WeltRisikoBericht versucht, Antworten auf diese Fragen zu geben. Der WeltRisikoBericht enthält den vom Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen erstellten WeltRisikoIndex. Der Index gibt für 171 Länder weltweit das Risiko an, Opfer einer Katastrophe in Folge von extremen Naturereignissen zu werden.

sehr gering
0,08 – 3,46
.

gering
3,47 – 5,46

mittel
5,47 – 7,30

hoch
7,31 – 10,39

sehr hoch
10,40 – 36,72

keine Daten

Weiterführende Information zur Berechnung des Index finden Sie auf der Website zum WeltRisikoBericht.

Mediathek

Videos

Aufmerksamkeit geht, Not bleibt – Unsere Hilfe

Auf den Philippinen nach Taifun Haiyan 2013

10 Jahre nach dem Tsunami 2004

Rechenschaftsberichte

Nepal: Ein Jahr nach dem Beben

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Hilfe für Flüchtlinge. Aktuelle und langfristige Projekte

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Nepal: Hilfe nach dem Beben

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Ebola-Epidemie in Westafrika. Maßnahmen von BEH

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Hilfe für syrische & irakische Flüchtlinge & Binnenvertriebene

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Pakistan: Drei Jahre nach der Flut

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Haiti: Unsere Hilfe nach dem Erdbeben

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Ostafrika und die Folgen der Dürre

Erschienen: 03.10.2012

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