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16.01.10 21:49

UPDATE_„Die Überlebenden kämpfen ums Überleben“

Nach dem Erdbeben in Haiti: Das Bündnis Entwicklung Hilft ruft weiterhin zu Spenden auf


Berlin, 16. Januar 2010 – Die Lage in Haiti nach dem verheerenden Erdbeben spitzt sich weiter zu. In den Straßen und unter den Trümmern liegen Tausende Leichen. Wegen der hohen Temperaturen steigt die Gefahr für den Ausbruch von Seuchen mit jeder Stunde. Doch es mangelt an schwerem Räumgerät. Lebensmittel werden knapp, die Trinkwasserversorgung steht kurz vor dem Zusammenbruch. „Die Überlebenden kämpfen um ihr Überleben. Der Bedarf an Medikamenten, Lebensmitteln, sauberem Wasser ist riesig, Hunderttausende Menschen sind komplett von internationaler Hilfe abhängig“, erklärt Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft.

Unzählige Haitianer sind traumatisiert: „Langsam kommt bei den Menschen in Kopf, Herz und Bauch an, was sie mit den Augen gesehen haben“, berichtet Michael Kühn von der Welthungerhilfe aus Port-au-Prince. „Ich bin am Krankenhaus vorbeigefahren. Man kann es kaum aussprechen: Dort werden die Menschen nach drei Kategorien sortiert: tot, fast tot, bald tot. Menschen liegen mit offenen Brüchen auf der Straße.“

Tommy Ramm von Brot für die Welt betont mit Blick auf Medienberichte über Übergriffe der haitianischen Bevölkerung auf internationale Helfer: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erleben weder Feindseligkeit noch Plünderungen in ihrem Umfeld.“

Die Maßnahmen der Hilfswerke im Bündnis Entwicklung Hilft sind in Gang gesetzt. Brot für die Welt baut mit Partnern aus dem christlichen Netzwerk ACT eine Verteilstruktur auf, um die vom World Food Programme zugesagten Nahrungsmittel unmittelbar nach ihrer Ankunft an die notleidende Bevölkerung zu leiten. Gemeinsam mit Caritas wird Brot für die Welt/Diakonie Katastrophenhilfe am Montag ein Flugzeug mit Medikamenten und Trinkwasser für rund 80.000 Menschen nach Haiti schicken.

Zwei Brot für die Welt-Mitarbeiter haben sich mit dem Auto auf den Weg nach Jacmel im Südosten des Landes gemacht. Gemeinsam mit einer Partnerorganisation aus der Dominikanischen Republik wird das Hilfswerk dort Nothilfe für fast 30.000 Familien leisten, die obdachlos geworden sind. „Es ist jetzt wichtig, mit Hilfsmaßnahmen die ländlichen Regionen zu erreichen, damit diese nicht aus dem Blick geraten und sich die Hilfe nur auf die Hauptstadt konzentriert“, erklärt Tommy Ramm.

Der Hafen und der Flughafen von Port-au-Prince sind durch die Hilfslieferungen aus aller Welt derzeit noch überlastet. Das US-Militär hat am Samstag die Kontrolle über den Flughafen übernommen und versucht, die Weiterleitung der Hilfsgüter zu koordinieren. Bis die Logistik reibungslos funktioniert, werden Misereor und die Welthungerhilfe weitere Helfer und Hilfslieferungen auf dem Landweg über die angrenzende Dominikanische Republik nach Haiti bringen.

„Dabei bekommen wir viel Unterstützung von unserer dominikanischen  Partnerorganisation SJRM, dem Flüchtlingsdienst der Jesuiten“, erklärt Misereor-Pressereferent Michael Mondry. Die Welthungerhilfe wird mit ihrer Partnerorganisation erste Lastwagen mit Nahrungsmitteln – Reis, Bohnen, Öl und Salz – beladen. Damit können 5.000 Personen drei Wochen überleben. Außerdem beschafft sie Decken, Kochgeschirr, Planen und Schaufeln sowie Hygieneartikel wie Seifen und Toilettenpapier.

Cosalup, Partnerorganisation von medico international, organisiert im Verbund mit dominikanischen basisorientierten Solidaritätsorganisationen Hilfsmaßnahmen im Gesundheitsbereich für das Nachbarland. Cosalup hat medico international um Unterstützung bei der Beschaffung von Medikamenten, Zelten, Hygienematerial, Windeln und Nahrungsmitteln gebeten.

medico-Partner aus den mittelamerikanischen Gesundheitsnetzwerken Comité Regional und Peoples Health Movement haben sich außerdem bereit erklärt, zivilgesellschaftliche Organisationen in Haiti im Bereich von Gesundheit und Menschenrechten auch personell zu unterstützen, sobald dies sinnvoll und nützlich ist.

terre des hommes ist über seine Schweizer Sektion Lausanne in Haiti vertreten. Die Verteilung von Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Trinkwasser an mehr als 20.000 Erdbebenopfer durch terre des hommes läuft an. Die Hilfe konzentriert sich dabei auf Port-au-Prince und die südliche Stadt Les Cayes.  

Brot für die Welt, medico international, Misereor, terre des hommes und Welthungerhilfe leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten. Für die Linderung der Not der Menschen in Haiti nach dem Erdbeben bittet das Bündnis Entwicklung Hilft die Bevölkerung um Spenden auf das

Spendenkonto 51 51
Bank für Sozialwirtschaft; BLZ 370 205 00
Stichwort: Haiti

Zur Online-Spende   

Weitere Informationen:
brot-fuer-die-welt.de
medico.de
misereor.de
tdh.de
welthungerhilfe.de

Pressekontakt:
Bündnis Entwicklung Hilft – Pressestelle
Tel. 0151 – 15 29 88 02
presse(at)entwicklung-hilft.de